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LBS West mit schrumpfendem Geschäft und höherem Gewinn

Münster. Die Landesbausparkasse West hat eine hübsche Adresse: Das riesige Gebäude mit weißen Außenwänden und kupferbraunen Fenstern liegt an der Himmelreichallee in Münster. Überirdisch gut sind die Zahlen des Instituts zwar nicht, aber Fortschritte sind unverkennbar.

LBS West mit schrumpfendem Geschäft und höherem Gewinn

Die Zentrale der LBS (Landesbausparkasse) West in Münster. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Trotz Geschäftseinbußen hat die Landesbausparkasse (LBS) West ihren Gewinn im vergangenen Jahr etwas steigern können. Der Gewinn sei nach vorläufigen Zahlen um gut 2 Millionen Euro auf 14,5 Millionen Euro gestiegen, sagte LBS-Chef Jörg Münning der Deutschen Presse-Agentur in Münster. „Damit haben wir nun mehr Spielraum für Investitionen in die Digitalisierung.“

Das Bauspar-Neugeschäft sank unterdessen um vier Prozent auf 7 Milliarden Euro. Damit schnitt die LBS West schlechter ab als andere Kassen - Konkurrent BHW vermeldete für 2017 immerhin ein kleines Plus im Bauspar-Neugeschäft von einem Prozent (auf 9,1 Milliarden Euro).

Grund für den Rückgang der LBS West im Bauspar-Neugeschäft 2017 war eine Umstellung im Vertrieb und eine geänderte Tarifpolitik - Verträge mit Guthabenzinsen von mehr als 0,1 Prozent wurden nicht mehr angeboten. Das Minus sei erwartbar gewesen, sagte Münning. „Wir sind daher zufrieden mit dem Jahr und zuversichtlich, dass wir nach anspruchsvollen Jahren in 2018 wieder zulegen werden.“ 2018 startete positiv: Im Januar gab es im Sparer-Neugeschäft fünf Prozent plus, für das Gesamtjahr peilt das Institut vier Prozent plus an.

Auf der zweiten Säule im Geschäftsmodell - der Baufinanzierung ohne vorherige Sparphase - konnte die LBS West 2017 zulegen, hier gab es ein Plus von knapp zehn Prozent. Mit 410 Millionen Euro Neugeschäft ist der Bereich aber recht klein.

Die LBS West hat schwierige Jahre hinter sich, 2015 leitete das Institut ein Sparprogramm ein. Abteilungen wurden zusammengelegt, das Büro in Düsseldorf geschlossen und Mitarbeiter gingen in den vorgezogenen Ruhestand. So baute die LBS 100 Stellen ab und hat derzeit noch 580 Mitarbeiter. Insgesamt wurden durch das Programm die Kosten um jährlich 40 Millionen Euro gedrückt. Die „Konsolidierungsphase“ sei nun vorbei, so Münning.

Die Niedrigzinsphase hat neben praktisch allen deutschen Banken auch der LBS West zu schaffen gemacht. Bei niedrigen Zinsen sinkt die Gewinnspanne bei Bank-Dienstleistungen tendenziell. Inzwischen gibt es aber Signale, dass die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Ende haben könnte - wann, ist noch unklar.

Aus Institutssicht seien die Lasten durch die Niedrigzinsphase nunmehr überschaubar - man habe sich auf das Zinsniveau eingestellt, sagte der LBS-Chef. Der Anteil alter, hoch verzinster Verträge nahm ab: Verträge liefen aus oder wurden - „in geringerem Umfang“, wie Münning betont - gekündigt, während Neukunden Papiere mit niedriger Verzinsung unterschrieben. „Sollte das Zinsniveau also doch noch länger bleiben wie es ist, könnten wir damit umgehen.“

Die Perspektiven für Bausparkassen sind nach Darstellung des Bankers insgesamt gut. Ein Grund: Der Wunsch nach Immobilien in der Bevölkerung sei nach wie vor groß - dementsprechend hoch sei der Bedarf nach Krediten oder einem Bausparvertrag, der einen Immobilienkauf oder eine Sanierung ermöglichen soll.

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