Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Neun Stunden Bergungsarbeiten

LKW-Fahrer blieb im falschen Hagen stecken

HAGEN Das passiert, wenn man der Technik blind vertraut: Statt nach Hagen am Teutoburger Wald führte sein Navi einen 37-jährigen LKW-Fahrer ins Ruhrgebiet. Und dort in tiefste Waldpfade, wo er schließlich stecken blieb. Fast wäre sogar ein Bundeswehrhubschrauber bei der ungewöhnlichen Abschlepp-Aktion zum Einsatz gekommen.

LKW-Fahrer blieb im falschen Hagen stecken

Der Fahrer von diesem LKW wollte ganz woanders hin. Und konnte erst nach einigen Stunden abgeschleppt werden.

Ursprünglich sollte es in das Hagen vom Teutoburger Wald gehen. Dort kam er aber nicht an. Pressesprecher Ralf Bode sprach von "komplexen Bergungsarbeiten". Verkehrschaos blieb nach seiner Information aber aus. Denn bei der Buntebachstraße, die wegen ihrer Enge selbst für Kleinwagen schwer zu befahren ist, handelt es sich um einen Waldweg - mit Steigung.

Wagen drohte abzustürzen

Deswegen war das Abschlepp-Team von Peter Klein auch fast neun Stunden lang im Einsatz. Der LKW befand sich an einer Stelle mit 15 Prozent Steigung. An einer Stelle ist der Wagen auf dem schmalen Weg dann eingeknickt. Hinten verfügt der Wagen über keine Lenkachse. Auf einmal hatte der Wagen einen Baumstamm umgeknickt und einen Felsbrocken unter sich. Der 30 Tonnen schwere Wagen drohte von dem Abhang runterzustürzen und kam weder vor- noch rückwärts.

Peter Klein hat sogar schon überlegt, den Wagen mit einem Bundeswehrhubschrauber aus der schwierigen Lage zu entfernen. "Dafür braucht man schon entsprechendes Gerät, das war ein Extremfall", meint Klein, der sich dem Sattelzug am Ende von dessen Fahrtrichtung aus genähert hat. "Allein für die Zufahrt haben wir zwei Stunden gebraucht", erklärt er. Mit einer Winde wurde der LKW dann den Berg rückwärts runter gesteuert. Das war Millimeterarbeit: Kleins Mitarbeiter mussten dabei jede Fahrbewegung ganz genau dirigieren. "Den Wagen oben raus zu transportieren, war keine Option", erinnert sich Klein.

Schacht beschädigt, Tank gerissen

Neben vier Leuten vom Abschleppdienst waren auch noch Feuerwehrleute vor Ort. Alle waren stark gefordert: Ein Versorgungsschacht wurde durch den LKW beschädigt, dessen Tank riss. So flossen ungefähr 300 Liter Diesel in den Wald. Nach Klein hat der Wagen aber kein Brandgut, sondern nur Alu-Platten transportiert. Um den Wagen zu entfernen, musste auch noch eine Leitplanke demontiert werden. Hinzu kommen "ein kaputter Luftkessel und diverse Karosserie-Schäden." Klein schätzt den Sachschaden auf mehrere Zehntausend Euro ein. "5000 Euro betragen bereits die Abschleppkosten." Außerdem gab es noch ein Knöllchen von der Polizei.

Eine Sache wird der Fahrer bestimmt aus dem Unfall lernen: Die vom Navi vorgeschlagene Route auch mal kritisch gegenzuprüfen. Peter Klein kann sich nur an eine einzige ähnlich drastische Abschlepp-Aktion erinnern. "Das war so vor zehn Jahren." Übrigens ebenfalls ein LKW, der eigentlich in das andere Hagen in der grünen Urlaubsregion wollte, seinem Navi aber zu stark vertraute.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Tatverdächtiger fesgenommen

Zwei Tote nach Schüssen in Kneipe in Oberbayern

Traunreut In einem Pub im oberbayerischen Traunreut hat es eine Schießerei mit zwei Toten und zwei Schwerverletzten gegeben. Ein Mann hatte am Samstagabend gegen 22.30 Uhr mit einem Gewehr die Kneipe betreten.mehr...

Vermischtes

Familiendrama mit drei Toten - Verdächtiger weiter flüchtig

Villingendorf (dpa) Drei Menschen wurden in Villingendorf erschossen - darunter ein Sechsjähriger, der erst Stunden zuvor eingeschult wurde. Sein Vater soll der Täter sein. Zwar fanden die Ermittler seinen Wagen. Doch wo verbirgt sich der mutmaßliche Täter?mehr...

Vermischtes

16-Jähriger läuft über Autobahn und wird tödlich verletzt

Melle (dpa) Ein Jugendlicher wählt auf dem Heimweg von der Kirmes eine gefährliche Abkürzung: Er geht nachts zu Fuß über die A30 - und wird von einem Auto getroffen.mehr...

Shuttle umgekippt

Ein Tote bei schwerem Busunfall im Münsterland

Tecklenburg Bei einem Busunfall im münsterländischen Tecklenburg ist am Sonntag eine Frau (61) aus Osnabrück ums Leben gekommen. Der voll besetzte Shuttle-Bus war aus noch ungeklärter Ursache auf einer Landstraße von der Fahrbahn abgekommen und auf die Seite gekippt. Es gibt viele Verletzte.mehr...