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Ladendiebe verursachen Milliarden-Schäden

Köln (dpa) Manche klauen «nur» schnell einen Lippenstift, und manche stopfen dreist ganze Taschen mit Markenklamotten voll: Aus deutschen Geschäften sind im vergangenen Jahr Waren im Wert von fast 3,8 Milliarden Euro verschwunden.

Ladendiebe verursachen Milliarden-Schäden

Für knapp über die Hälfte aller Verluste waren Ladendiebe verantwortlich. Foto: Jan-Philipp Strobel

Die Hälfte des Schadens geht nach Branchenschätzungen auf das Konto von Ladendieben. Doch auch eigene Mitarbeiter und Lieferanten langen kräftig zu. Insgesamt hat der Einzelhandel rund ein Prozent seines Gesamtumsatzes durch sogenannte Inventurdifferenzen verloren, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Handelsforschungsinstituts EHI in Köln zeigt.

Beliebte Beute seien kleine, relativ teure Artikel, die leicht zu verstecken sind, erläutert Frank Horst, Leiter des EHI-Bereichs Inventurdifferenzen. In Drogerien und Lebensmittelläden greifen Langfinger gerne nach Parfüm, Kosmetik, Rasierklingen oder Batterien. In Elektronikgeschäften sind es Konsolenspiele, CDs oder DVDs, im Textilhandel modische Markenartikel, Jeans und Dessous.

Die Methoden der Diebe sind vielfältig: Es gibt Taschen mit doppeltem Boden; speziell ausgekleidete Materialien tricksen piepsende Sicherungssysteme am Eingang aus; in der Umkleidekabine wird getragene Kleidung einfach gegen neue ausgetauscht.

Unter den Dieben sind viele Gelegenheitstäter, und vor allem in Großstädten finanzieren Drogenabhängige durch Diebstähle ihre Sucht. Besondere Sorge bereiten den Händlern aber organisierte Banden. «Die sind professionell ausgerüstet und kommen meist mit mehreren Tätern in den Laden», erläutert Rolf Geckle, der am Polizeipräsidium Karlsruhe die Ermittlungsgruppe «Mascara» zu bandenmäßigem Ladendiebstahl leitet. Die Gruppen konzentrierten sich auf hochwertige Artikel, die gut weiterverkauft werden können. Manchmal räumten sie ein ganzes Regalfach mit Rasierklingen oder Kosmetik aus, so dass der Schaden schnell im vierstelligen Bereich liege.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik werden Ladendiebstähle seit Jahren weniger. 2011 sank die Zahl der registrierten Fälle erneut leicht um 0,6 Prozent auf rund 385 000. Doch die Dunkelziffer ist extrem hoch und liegt nach EHI-Schätzung bei 98 Prozent, und die Inventurdifferenzen seien im Vergleich zu 2010 sogar etwas gestiegen.

Obwohl der Handel jährlich rund 1,2 Milliarden Euro in Sicherungsmaßnahmen wie Kameras, Mitarbeiterschulungen, Detektive und Warensicherungen investiere, sei das Problem nur schwer in den Griff zu bekommen, sagt Horst. Denn die Diebe erfinden immer neue Tricks - und technische Präventionsmittel und zusätzliches Personal sind teuer. «Es ist für die Händler immer ein Rechenspiel: Man braucht ein gewisses Sicherungsniveau, aber zu viel kosten darf es nicht.»

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