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„Laemmle-Nobelpreis“ für Filmproduzentin Regina Ziegler

Laupheim. Schauspieler, Drehbuchautoren, Tricktechniker - für jeden in der Filmbranche gibt es Preise. Seit 2017 haben auch diejenigen, die alles bezahlen, ihre jährliche Trophäe. Benannt ist sie nach dem erfolgreichsten Deutschen in Hollywood.

„Laemmle-Nobelpreis“ für Filmproduzentin Regina Ziegler

Regina Ziegler wird mit dem Carl Laemmle Produzentenpreis geehrt. Foto: Felix Hörhager

Roter Teppich und Blitzlichtgewitter im beschaulichen Laupheim: Bei einer prominent besetzten Gala im Schloss der oberschwäbischen Kreisstadt ist am Freitagabend die Berliner Filmproduzentin Regina Ziegler mit dem Carl-Laemmle-Preis 2018 ausgezeichnet worden.

Die Allianz Deutscher Film- und Fernsehproduzenten würdigte damit ihr bisheriges Lebenswerk. Den Preis sehe sie als großartige Anerkennung der Arbeit von Filmproduzenten. „Für mich ist das sozusagen der Nobelpreis für Produzenten“, sagte Ziegler, die seit Jahren als Grande Dame der deutschen Film- und Fernsehproduzenten gilt. Die 74-Jährige ist nach dem Regisseur und Produzenten Roland Emmerich die zweite Trägerin der 2017 erstmals vergebenen Auszeichnung der Allianz Deutscher Film- und Fernsehproduzenten.

Dass es in Deutschland einen solchen Preis gebe, sei ein Alleinstellungsmerkmal, sagte Ziegler. „Dieser Preis geht nicht an Schauspieler oder Autoren, sondern an die, die Verantwortung dafür tragen, dass Filme überhaupt entstehen. Wir gehen dafür ins Risiko, wir wollen, dass unsere Filme ganz toll sind. Und wir blechen auch mit unserer eigenen Kohle, wenn ich das so deutlich sagen darf.“

In ihrer Dankesrede entwickelte sie die humorvolle Vision eines Treffens mit dem 1939 verstorbenen Laemmle „auf Wolke 7“. Dabei wunderte sich Zieglers großes Vorbild in seinem „Laupheim-Englisch“ darüber, dass es mittlerweile in Deutschland weibliche Filmproduzenten gibt.

Der Preis ist mit 40 000 Euro dotiert. Carl Laemmle, der 1867 in Laupheim geborene Sohn eines jüdischen Viehhändlers, war mit 17 Jahren nach Amerika ausgewandert und hatte es dort vom Laufburschen zum Mitbegründer und einem der mächtigsten Studiobosse Hollywoods gebracht. Er ist damit bis heute der erfolgreichste Deutsche in der amerikanischen Traumfabrik.

Ziegler war 1973 als erste Filmproduzentin Deutschlands in einer damals allein von Männern beherrschten Branche angetreten. Seitdem hat sie rund 500 Filme produziert - darunter „Rückkehr nach Montauk“ von Regisseur Volker Schlöndorff, „Chapeau Claque“ von Ulrich Schamoni und die Fernsehserie „Weissensee“ über das Leben in der DDR. Zieglers jüngste Produktion war kürzlich im ARD-Fernsehen zu sehen - der Zweiteiler „Gladbeck“.

Mit Laemmle verbinde sie sehr viel, sagte Ziegler der Deutschen Presse-Agentur. „Er hat damals in Amerika viel gewagt, hat sich auf einen ungewissen Weg eingelassen und er hat viel Mut zum Risiko aufgebracht. Das entspricht auch meinem Motto: "Geht nicht gibt's nicht".“

Auf dem Roten Teppich im Laupheimer Schloss gaben sich etliche prominente Filmschaffende ein Stelldichein - unter ihnen Gudrun Landgrebe, Veronica Ferres, Günter Lamprecht und Hansjürgen Hürrig. In ihrer Laudatio hob die Schauspielerin Thekla Carola Wied („Ich heirate eine Familie“) auch die internationale Wirkung der „filmischen Exzellenz“ vieler Produktionen Zieglers hervor. So habe das Museum of Modern Art (MoMA) in New York Ziegler als erste Produzentin weltweit mit einer eigenen Retrospektive geehrt.

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