Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Land Rover Freelander: Ein Engländer auf Abwegen

Hamburg (dpa-infocom) - Im Segment der kompakten Geländewagen mangelt es nicht an Auswahl. Doch weil die allermeisten Kunden befestigte Straßen ohnehin nicht verlassen, ist es mit ihren Nehmerqualitäten oft nicht weit her.

/
So kennt man einen Land Rover: Der Freelander kommt auch mit Sand- oder Schotteruntergrund zurecht. (Bild: Land Rover)

Land Rover bietet den Freelander mit zwei Motoren an - einen V6-Beziner mit 233 PS sowie einen 2,2-Liter-Diesel mit 152 PS. (Bild: Land Rover)

Fahrer haben im Freelander eine gute Rundumsicht - dank erhöhter Sitzposition. (Bild: Land Rover)

Besonders sportlich sieht der Freelander nicht aus - aber dafür ist er voll geländetauglich. (Bild: Land Rover)

Dank Traktionskontrolle und ESP kraxelt der Freelander wie eine Bergziege. (Bild: Land Rover)

Bei Fahrten über den Asphalt wahrt der Freelander den Kompromiss zwischen Komfort und Kontrolle. (Bild: Land Rover)

Ein kleiner Knopf macht den großen Unterschied: Das Terrain Response System stimmt alle Systeme auf den Untergrund ab. (Bild: Land Rover)

Kantiger und teurer als die Konkurrenz

Viele sogenannte SUVs sind deshalb nicht viel mehr als aufgebockte Pkw mit Allradantrieb. Für einen normalen Pkw-Hersteller mag das genügen. Doch wer wie Land Rover seit 60 Jahren ausschließlich Geländewagen baut, muss seinen Kunden schon ein bisschen mehr bieten. Deshalb sieht die zweite Generation des Freelander nicht nur kantiger aus als die meisten Konkurrenten. Die Briten haben sich auch bei der Technik mehr Mühe gegeben. Das hat allerdings auch seinen Preis: Mit 30 900 bis 45 000 Euro ist der Freelander deshalb teilweise deutlich teurer als Wettbewerber wie Toyota RAV-4, VW Tiguan oder Ford Kuga.

Mit einem Knopfdruck von Schotter auf Schnee

Der wichtigste Unterschied ist das sogenannte Terrain-Response-System, das in vielen Varianten serienmäßig an Bord ist. Über einen Drehknopf auf der Mittelkonsole kann man damit alle wichtigen Fahrzeugsysteme auf einmal für den entsprechenden Untergrund programmieren. Man wählt zwischen Autobahn oder Schotterpiste, Eis und Schnee oder felsigen Kletterpassagen, und die Elektronik verändert automatisch Motor- und Getriebesteuerung, die Kraftverteilung des Allradantriebs, die Regelung des Schleuderschutzes ESP und die Traktionskontrolle. Dadurch fährt der Freelander auch dort noch weiter, wo andere Offroader längst die Segel streichen. Natürlich ist das für den Besitzer ein gutes Gefühl, doch ausnutzen werden diese Fähigkeiten nur die wenigsten.

Abenteurer im feinen Zwirn

Aber nur auf die Geländetechnik wollten sich die Briten nicht verlassen. Das Auto sollte den Kunden auch gefallen. Aus dem verstaubten und bisweilen etwas billigen Offroader ist deshalb mit dem Generationswechsel ein feiner Geländewagen geworden, der sich im Design stark am Discovery orientiert. Und größer wurde er obendrein: Allein in der Länge hat er rund fünf Zentimeter gewonnen.

Im Innenraum viel Platz und gute Übersicht

Innen ist das Platzangebot bei 2,66 Metern Radstand vorne großzügig und hinten guter Durchschnitt, der Kofferraum schluckt 755 bis 1670 Liter, und wem das nicht reicht, der kann bis zu zwei Tonnen an den Haken nehmen. Dazu gibt es eine dank der hohen Sitzposition und der kantigen Grundform gute Rundumsicht sowie ein sehr übersichtliches Cockpit mit einer Vielzahl von Hebeln und Schaltern, die nur Ignoranten als schlicht und klobig kritisieren. Waschechte Abenteurer dagegen loben, dass man die großen Taster auch auf unwegsamen Pfaden zielsicher bedienen kann.

Der Diesel ist kernig und kräftig

Unter der Haube bieten die Briten die Wahl zwischen zwei Motoren. Die meisten Kunden entscheiden sich trotz steigender Dieselpreise für einen 2,2 Liter großen Selbstzünder aus der Zusammenarbeit der ehemaligen Konzernmutter Ford und Peugeot, der im Freelander auf 112 kW/152 PS kommt und maximal 400 Newtonmeter bereitstellt. Zwar klingt der Motor beim Anlassen ungewohnt rau und ist als einer der schwächeren im Segment nicht gerade ein Sprinter. Doch beim Anfahren hat er viel Durchzug, über Land erlaubt er ein ordentliches Reisetempo und an der Tankstelle ist er mit einem Verbrauch von durchschnittlich 7,5 Litern halbwegs sparsam. Wer lieber einen Benziner will, kann einen V6-Motor mit 3,2 Litern Hubraum und 171 kW/233 PS kaufen.

Die Straßenlage ist sehr ordentlich

Obwohl der Freelander so robust aussieht und durchs Gelände kraxelt wie eine Bergziege, ist er auf der Straße alles andere als ein harter Hund. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung wahrt den Kompromiss zwischen Komfort und Kontrolle, das Getriebe ist präzise abgestuft und die Bremsen haben genügend Biss. Nur die Lenkung könnte vor allem in schnellen Kurven etwas direkter sein - da merkt man das stattliche Gewicht und den hohen Schwerpunkt.

Fazit: Ein guter Kompromiss aus Alltag und Abenteuer

Unter dem Strich verdient Land Rover für den Freelander ein ordentliches Lob. Denn die Briten stehen auch bei ihrem kleinsten Modell den Spagat zwischen Alltag und Abenteuer. Allerdings zahlen die Kunden dafür einen hohen Preis, und wirklich sportlich sieht das Utility Vehicle auch nicht aus. Aber durch den Dschungel marschiert man schließlich auch nicht in Turnschuhen.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leben : Auto

Test: Vor allem jüngere Autobesitzer sparen bei Versicherung

Berlin (dpa/tmn) Ende November ist wieder Stichtag für die Kündigung der alten Kfz-Versicherung. Ein aktueller Vergleich zeigt: Ein Wechsel der Police kann mehrere hundert Euro Ersparnis im Jahr bringen. Auch über die Leistungen können Autofahrer Beiträge nach unten drücken.mehr...

Leben : Auto

Automarken signalisieren Selbstbild und Gruppenzugehörigkeit

Essen (dpa/tmn) Nur Transportmittel oder doch Statussymbol? Ob nun bewusst oder unbewusst, beim Autokauf bestimmen praktische, aber auch emotionale Aspekte unseren Entscheidungsprozess.mehr...

Leben : Auto

Ein Klassiker für die Garage - Wie der Oldtimerkauf gelingt

Stuttgart (dpa/tmn) Vom eigenen Oldtimer träumen ist einfach, den richtigen zu finden, deutlich schwerer. Denn der Klassiker muss zu den eigenen Vorstellungen passen, darf nicht zu teuer und kein Blender sein.mehr...

Leben : Auto

Sturmschäden am Auto schnell der Versicherung melden

Henstedt-Ulzburg (dpa/tmn) Wenn heftige Stürme durchs Land jagen und Bäume umwerfen, stehen oft leider Autos darunter. Die Schäden übernimmt meist die Versicherung. Halter sollten sie schnell informieren.mehr...

Leben : Auto

Nur zum Einfädeln rote Ampel überfahren: Fahrverbot

Dortmund (dpa/tmn) Wer über eine rote Ampel fährt, riskiert seinen Führerschein. Das gilt auch, wenn der Fahrer sich anschließend kaum von der Ampel entfernt. Dagegen wehrte sich ein Verkehrssünder, blieb damit jedoch ohne Erfolg.mehr...

Leben : Auto

Vier Spuren auf einmal: Moderne Blitzer machen keine Pause

Wiesbaden (dpa/tmn) Der gute alte Starenkasten war einmal. Moderne Blitzer kommen im schlanken Säulendesign daher, und sie haben auch keine Filmkassette mehr, die irgendwann voll ist. Selbst unsichtbare Infrarot-Blitzer kommen inzwischen zum Einsatz.mehr...