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Fußball: Kreisliga-B-Relegation

Lange Sperren nach dem Spielabbruch

BOCHUM Das abgebrochene Relegationsspiel um den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A zwischen RW Leithe II und DJK Hiltrop-Bergen hatte am Montagabend ein rund fünfstündiges Nachspiel vor der Kreisspruchkammer (KSK). Am Ende fiel die Entscheidung, die Partie mit 2:0 für Leithe zu werten, das damit aufgestiegen ist. Fünf Hiltroper Spieler wurden mit zum Teil drastischen Strafen belegt, Leithe wird für das Fehlverhalten seiner Zuschauer zur Kasse gebeten.

Lange Sperren nach dem Spielabbruch

Hatte eine lange Verhandlung der Spruchkammer zu leiten: KSK-Vorsitzender Helmut Jersch.

In der Nachspielzeit hatten sich am 14. Juni die Ereignisse auf dem Platz in Sevinghausen überschlagen: Beim Stand von 1:0 für Leithe brachte Bergens Adnon Berdynay einen Gegneer per "Notbremse" im Strafraum zu Fall und sah dafür die Rote Karte. Zur Ausführung des fälligen Elfmeters kam es nicht mehr. Spieler und Zuschauer lieferten sich eine Rangelei, die Polizei wurde verständigt. Schiedsrichter Julian Hahn sah sich gezwungen, die Partie abzubrechen.

Unter dem Höchstmaß

Im Fokus der Verhandlung vor der Spruchkammer stand vor allem Hiltrops Kapitän Cenk Celen. Nach der Anhörung der Beschuldigten und von insgesamt zwölf Zeugen war die Kammer davon überzeugt, dass er im Lauf des Tumults den am Boden liegenden Leither Spieler Sascha Swajkowski ins Gesicht getreten hatte. Celen darf als Konsequenz erst wieder im September 2013 auflaufen. Die Kammer verhängte gegen ihn eine 15-monatige Sperre, blieb damit allerdings unter dem Höchstmaß. "Nachdem ich den Bericht des Schiedsrichters gelesen hatte, war ich zunächst davon ausgegangen, dass wir eine Sperre auf Dauer aussprechen müssen", erklärte der Vorsitzende der KSK, Helmut Jersch.

Letztlich wirkte sich strafmildernd aus, dass Celen zumindest die Möglichkeit eingeräumt hatte, im Gewühl jemanden getreten zu haben. Zudem sah es die Kammer als erwiesen an, dass Celen zuvor massiv provoziert worden war: Ein Leither Zuschauer soll eine Bierflasche auf ihn geworfen haben.

Leithe zahlt 750 Euro

Da zudem einzelne Leither Anhänger mit rassistischen Beleidigungen gegenüber Bergens Spielern ausfällig geworden sein sollen, wurden auch die "Rot-Weißen" mit einer Strafe von 750 Euro belegt.

Hiltrop-Bergen wurde die Verursachung des Spielabbruchs zur Last gelegt, wofür der Verein mit 75 Euro zur Kasse gebeten wird. Zudem muss Hiltrop auf weitere gesperrte Spieler verzichten: Ömer Örnek muss für fünf Monate pausieren, weil er zu Beginn der Ausschreitungen eine Eisspray-Flasche in Richtung der Leither Zuschauer geworfen hatte, Adnon Berdynay erhielt eine Sperre von drei Monaten für seinen Versuch, dem Schiedsrichter die Rote Karte aus der Hand zu schlagen. Gegen Volkan Mogultay sprach die Kammer eine vierwöchige Sperre wegen Beleidigung von Zuschauern aus.

Omar Abou-Saleh wird für sechs Wochen gesperrt, wenngleich sein Vergehen nichts mit den Vorkommnissen rund um den Spielabbruch zu tun hat: Er sah zu einem früheren Zeitpunkt im Spiel die Rote Karte wegen Nachtretens.

Mit dem Urteil der Spruchkammer ist voraussichtlich noch nicht das letzte Wort gesprochen. Alle Beschuldigten können in Berufung gehen. Zudem sind diverse Strafanzeigen gestellt worden.

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