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Lautes Säbelrasseln: Nato-Speerspitze stößt nach Osten vor

Sagan (dpa) Die neue Nato-«Speerspitze» zeigt, was sie kann. Erstmals treten mehr als 2000 Soldaten der schnellen Eingreiftruppe in Polen zu einer Gefechtsübung an. Dort erhalten die USA Unterstützung für ihre Pläne zur Verlagerung von Waffen nach Osteuropa - auch von Deutschland.

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Deutsche Schützenpanzer vom Typ Marder nach der ersten Übung zur Verlegung der Nato-Speerspitze. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Erstmals treten mehr als 2000 Soldaten der schnellen Nato-Eingreiftruppe in Polen zu einer Gefechtsübung an. Foto: Kay Nietfeld

Deutschland unterstützt die US-Pläne zur Stationierung von schwerem Militärgerät im Osten der Nato. «Es ist eine angemessene, defensive Maßnahme», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der ersten Gefechtsübung der neuen schnellen Nato-Eingreiftruppe in Polen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg will die mögliche Aufrüstung in den östlichen Mitgliedstaaten bei einem Verteidigungsministertreffen in der nächsten Woche zum Thema machen.

Die USA erwägen, Militärgerät bis hin zu Kampfpanzern für etwa 5000 Soldaten in Länder wie Polen, Rumänien oder ins Baltikum zu verlegen. Damit würde die militärische Präsenz der Nato in den Nachbarstaaten Russlands weiter verstärkt.

Von der Leyen verwies darauf, dass Westdeutschland im Kalten Krieg von der militärischen Stärke der USA profitiert hat. «Wir haben viele, viele Jahre in 60 Jahren Nato davon profitiert, dass die Amerikaner uns in Deutschland auch geschützt haben», sagte sie. Jetzt sei es wichtig, dass die Nato auch für den Schutz der östlichen Mitglieder sorge, die sich seit der Annexion der Krim von Russland bedroht fühlen.

Bisher zeigt die Nato vor allem durch verstärkte Manöver in den östlichen Mitgliedstaaten Präsenz. Im polnischen Sagan testete sie jetzt erstmals ihre neue schnelle Eingreiftruppe, die sogenannte «Speerspitze». Sie ist die wichtigste Reaktion der Nato auf die Ukraine-Krise. 2100 Soldaten nahmen an der Übung teil.

Generalsekretär Stoltenberg sprach von einem Erfolg. «Einer für alle und alle für einen ist das Grundprinzip unserer Allianz», sagte er. «Ich bin beeindruckt, was ich gesehen habe.»

Die Bundeswehr nahm mit 350 Soldaten sowie 20 Ketten- und rund 80 Radfahrzeugen des Panzergrenadierbataillons 371 aus Marienberg in Sachsen an der «Noble Jump» (Prächtiger Sprung) genannten Übung teil. Hinzu kamen Kräfte des I. Deutsch-Niederländischen Korps aus Münster. Neben von der Leyen saßen drei weitere Nato-Verteidigungsminister in Sagan auf der Tribüne.

Die Übung fand vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen der Nato und Russland statt. Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Aufstockung seines Atomraketen-Arsenals angekündigt.

Stoltenberg betonte, dass die Nato nicht an einer Konfrontation mit Moskau interessiert sei. «Wir wollen keinen neuen Rüstungswettlauf», sagte er. Trotzdem müsse das Bündnis stark sein. «Die Nato wird sich weiter um Dialog und Kooperation bemühen, aber das kann nicht auf der Grundlage von Schwäche geschehen.»

Bundesverteidigungsministerium zur Übung

Nato zu Beziehungen zu Russland

Bundeswehr zum Deutsch-Niederländischen Korps

Nato-Website mit Informationen zu Manövern

Bundeswehr zum Panzergrenadierbataillon 371

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