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Ärger zum Schulbeginn

Fußwege zum Bus

LEGDEN Das Wartehäuschen steht schräg vor dem Haus. "Ideal", dachte Familie Gröning, deren Tochter am Dienstag den ersten Schultag hatte. Doch zu früh gefreut: Leonie (6) muss einen knappen Kilometer laufen bis zur nächsten Haltestelle, während andere Kinder bequem vor der Haustür ein- und aussteigen können, obwohl dort weit und breit kein Wartehäuschen ist.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 31.08.2010
Ärger zum Schulbeginn

Dank der freiwilligen Helfer geht es ordentlicher am Busbahnhof zu.

Vater Kurt Gröning aus der Steinkuhle versteht die Welt nicht mehr. "Gleiches Recht für alle" müsse herrschen, meint er. Dass es dem Bus nicht möglich sei, den Wartepunkt an seiner Hauseinfahrt anzusteuern, mag er ja noch verstehen: "Wir wohnen nun einmal im Außenbereich."

Warum das wenige Haltepunkte später nahe der B 474 aber durchaus machbar ist, will ihm nicht in Kopf - erst recht nicht, weil dort anders als bei ihm gar keine Wartemöglichkeit eingereichtet ist. "Da wird mit ungleichem Maß gemessen", sagt er.Frühzeitig informiert Den Ärger des Vaters kann Herbert Lenz von der Gemeindeverwaltung Legden zwar verstehen, "aber alle gleich zu behandeln, ist bei der Organisation des Schulbusverkehrs leider nicht möglich", hält er dagegen. Als Leiter des Haupt- und Schulamtes legt er zusammen mit dem von der Gemeinde Legden mit der Beförderung der Kinder beauftragtem Busunternehmen Gödde fest, wo und wann der Bus hält. "Da kann man es nie jedem recht machen", weiß Lenz aus jahrzehntelanger Erfahrung. Immerhin: Dadurch, dass sie die Eltern schon viele Wochen vor dem ersten Schultag informiere, helfe die Gemeinde ihnen, sich langfristig auf die Situation einzustellen.

Anders als etwa in der Nachbarstadt Ahaus werden die Legdener Schulkinder nicht mit dem öffentlichen Personennahverkehr zum Unterricht und später wieder nach Hause gebracht, sondern mit dem so genannten Schülerspezialverkehr. Die Gemeinde Legden ist Auftraggeberin. "In wieweit Haltestellen eingerichtet werden, hängt von uns ab", sagt Lenz - und wohl auch von der Haushaltslage. Nicht jede Haltestelle sei eigens gekennzeichnet, so Lenz. Und umgekehrt: Nicht jedes Wartehäuschen sei eine Haltestelle.

Strecke "zumutbar"Wichtigste Grundlage bei der Organisation des Schulbusverkehrs für das neue Schuljahr: "Die Kinder dürfen nicht zu lange unterwegs sein", stellt Lenz fest. Und das sei bei einer Flächengemeinde wie Legden gar nicht so leicht sicherzustellen. Die ersten stiegen schon gegen 7.20 Uhr morgens ein und seien dann bis zum Eintreffen an der Grundschule gegen kurz vor 8 Uhr unterwegs. "Länger geht nicht", steht für den Amtsleiter fest. Aus diesem Grund seien auch keine zusätzlichen Schwenks und Schleifen machbar - etwa den Wirtschaftsweg 50 hoch zu Leonie Gröning. Maximal einen Kilometer weit bis zur nächsten Haltestelle zu laufen, sei für Grundschulkinder zumutbar, so Lenz. Leonie sei pro Weg etwas 750 bis 800 Meter weit unterwegs, meint er. Das sei für ein kleines Mädchen zwar eine weite Strecke, räumt Lenz ein, aber es gelte, was auch für Kinder im Innenbereich der Fall sei, die zu Fuß oder per Rad zu Schule fahren. Und: "Letztlich haben die Eltern die Verantwortung und müssen entscheiden, ob sie ihrem Kind diesen Weg alleine zumuten können oder ob sie sie lieber begleiten oder bringen."

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