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Auch Rebhühner rocken

Bolzrock 2010

ASBECK Aller guten Dinge sind drei. Das gilt auch für den Asbecker Bolzrock. Das erste Festival vor drei Jahren war ein überraschender Premierenerfolg, das zweite im vergangenen Jahr konnte die Begeisterung wiederholen, und das dritte am Samstag hat sie noch einmal überboten.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 17.08.2010

500 Fans von Rockmusik der etwas härteren Gangart haben am Waldstadion gefeiert. Trockenheit und warme Temperaturen haben die ausgelassene Stimmung vor der Bühne am Dorfrand befördert – eine Steilvorlage für die fünf Bands, die vom späten Nachmittag bis in die Nacht die Gitarrensaiten glühen und das Publikum tanzen, springen, singen und grölen ließ. Als erste Band stand „Joe Farmer“ auf der Bühne. Die Ska- und Punkband aus Wettringen und Ochtrup heizte der Menge ordentlich ein, so dass das Publikum schon früh zu feiern begann.

Nach einer kurzen Umbaupause, die „Meikel Fernweh“ mit seiner Akustik-Gitarre etwas bunter gestaltete, ging es weiter mit „Spin my Fate“. Die Jungs aus Münster und Coesfeld überzeugten mit Musik der etwas härteren Gangart. Als dritte Band spielten die Asbecker Veranstalter „Rockwasser“ selbst. Passend zu ihrem im Herbst erscheinenden Album „in all den Jahren“ stellten sie nicht nur die ersten neuen Songs vor, sondern spielten alt bekannte Songs, die von der tobenden Menge aus vollem Hals mitgesungen wurden. Als beim letzten Lied „Rebhuhn“ auch noch zwei Fans als Rebhühner verkleidet auf die Bühne kamen und tanzten, war nicht nur das Publikum begeistert, sondern auch die Band selbst, die nichts von der überraschenden Tanzeinlage wusste. Nun war „Massendefekt“ an der Reihe. Es ging nicht um den Unterschied zwischen der Summe der Massen aller Protonen und Neutronen und der tatsächlich gemessenen Masse eines Atomkerns – also der eigentlichen Bedeutung des Bandnamens, der aus der Kernphysik entliehen ist.

Vielmehr haben die Musiker aus dem niederrheinischen Meerbusch bei Düsseldorf den Unterschied zwischen Rock’n Roll und Punk zelebriert: Punk and Roll, wie sie ihren Stil selbst nennen. Als ihr Lied „Wellenreiter“ erklang, waren auch die letzten Plätze vor der Bühne gefüllt. Der Titel bekam eine eine ganz neue Bedeutung, als die Masse der Fans auf einer Welle der Begeisterung hin- und her schwappte: ein Meer von Händen, das sich im Takt der Musik bewegten. Headliner des Abends waren „Betontod“. Die Band aus Rheinberg rockten nicht nur die Bühne, sondern verwandelten das Publikum zu einem riesigen Chor. Lieder wie „Glück auf“ und „Viva Punk“ wurden lautstark mit gegrölt. Als die Band die letzten Akkorde des Abends spielte, war es jedoch noch nicht an der Zeit nach Hause zugehen, denn mit Bratwurst und Bier ließen die Festval-Gäste den gelungenen Abend langsam ausklingen.

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