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Erfolgsfaktor Gesundheit im Blick

Wila und IHK

Gesunde Mitarbeiter sind der Garant für die Leistungsfähigkeit der Betriebe, wenn der „Erfolgsfaktor Gesundheit“ eine wichtige Rolle spielt. Zum Thema hatte die Wila Legden-Asbeck und die IHK Nordwest interessierte Unternehmer eingeladen, die wertvolle Anregungen über psychische Erkrankungen von Carsten Tellkamp, Managementberater aus Münster, und Dr. Volker Schrage, Allgemeinmediziner und Mitinitiator des Zentrums für gesundes Arbeiten in Legden, erhielten.

LEGDEN

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 21.06.2012
Erfolgsfaktor Gesundheit im Blick

Michael van Kronenberg (Sozialberater Siemens Bocholt), Thomas Kroll (Betriebskrankenkasse Siemens Bocholt), Edgar Rabe (Moderator), Carsten Tellkamp (Managementberater aus Münster), Dr. Volker Schrage (Zentrum für gesundes Arbeiten, Legden).

Leid verhindern – Wohlstand wahren. Wir brauchen gesunde und qualifizierte Mitarbeiter“, sensibilisierte Heinz Fischert, Wila-Vorstandsmitglied. Psychische Erkrankungen von Arbeitnehmern würden in der EU demnächst für 20 Milliarden Euro Ausfallkosten sorgen, so Fischert. „Seit 2004 bis heute sind Burn-Out-Erkrankungen um 1400 Prozent gestiegen“, ergänzte Edgar Rabe, Journalist und Moderator des Abends. „Ohne Stress ist Leistung nicht möglich. Allerdings kann man nicht 120 Prozent geben, sondern nur 100“, sagte Schrage. Durch Stress erhöhe sich der Cortisol-Spiegel im Körper. Bleibe dieser ständig auf hohem Niveau, komme es zu körperlichen Reaktionen wie Schlafstörungen, Unruhe, Konzentrationsmängel. Arbeitsverdichtung, Qualifizierungsstress, ständige Erreichbarkeit und Arbeitsplatzunsicherheit seien nur einige der Ursachen dafür. S

„80 Prozent der Rückenschmerzen haben keine physiologische Ursache. Der typische Burn-Out-Betroffene ist leistungsmotiviert und verantwortungsbewusst“, definierte Schrage. Psychische Erkrankungen belegten Platz vier in der Skala der Gründe für Arbeitsausfälle. Ein sinnvolles Stressmanagement sei für Schrage die realistischere Selbsteinschätzung, eine Änderung der Einstellung und ein wirksamer Ausgleich. „Große Unsicherheit herrscht, wenn jemand nach einer psychischen Erkrankung wiederkommt“, so Tellkamp. Wenn jemand es nicht mehr schaffe, zehn Minuten mit seiner Familie spazieren zu gehen, ohne an die Arbeit zu denken, befinde sich bereits in der Frühform der Depression. „Arbeit allein macht nicht krank. Nicht die Arbeitsquantität der Arbeit führt zu Überforderung, sondern die Qualität der Arbeit“, fasste Tellkamp zusammen. Wichtig seien Perspektiven, sich Zeit füreinander zu nehmen, gegenseitiges Zuhören und Kommunikation zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern. „Gesundheitsprävention heute spart in einigen Jahren jede Menge Geld“, so Thomas Kroll, Betriebskrankenkasse Siemens Bocholt.

Dem Anliegen stimmte Schrage vehement zu. Im Gespräch mit dem Publikum wurden Fragen nach Fairness, dem Umgang mit der Erkrankung von Kollegen oder Angestellten, den Möglichkeiten der Prävention und der Stressvermeidung erörtert.„Es gibt auch Fälle, die lassen sich nicht wieder eingliedern. Eine Trennung sollte und dürfte nur der letzte Schritt sein“, fügte Michael van Kronenberg, Sozialberater Siemens Bocholt, zum Schluss hinzu.