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Kinder zeigen beim Fest der Kulturen, wie Integration funktioniert

Flüchtlingshilfe Legden

Mit einem bunten Sommerfest hat die Flüchtlingshilfe Legden am Sonntag die ethnische Vielfalt in ihrer Gemeinde gefeiert. Einige der Attraktionen waren dabei nichts für Feiglinge.

Legden

, 02.07.2018
Kinder zeigen beim Fest der Kulturen, wie Integration funktioniert

Beim Fest der Kulturen war für jeden etwas dabei. © Anna-Lena Haget

Trommeln begrüßen die Besucher an diesem sonnigen Sonntagnachmittag am Jugendhaus Pool. Musik und ein vielsprachiges Stimmengewirr klingen durch den großen Garten und gleich am Eingang duftet es nach exotischen Spezialitäten wie Tabula und Pia-Salat. „Wir probieren die Sachen sehr gerne und die sind auch sehr lecker“, sagt Renate Hülsken. Die Legdenerin ist mit ihrem Mann zum dritten Fest der Kulturen gekommen und findet: „Das ist ein sehr gelungenes Sommerfest“.

Dafür, dass alles so perfekt organisiert ist, haben viele fleißige Hände gesorgt. So wie Gerhard Baumeister, der neben dem Schachfeld Stellung bezogen hat. Der Flüchtlingshelfer kümmert sich heute um die Ausgabe der Wertmarken. „Wir haben die Preise möglichst gering gehalten, damit auch alle das bezahlen können“, sagt der Mann, der sich schon seit 1989 in der Flüchtlingshilfe engagiert. Er erinnert sich noch an die Anfänge. „Früher hieß das noch ‚Fremde bei uns‘“, sagt Baumeister.

Nervenkitzel auf dem Zwölf-Meter-Turm

Für die Legdener und Asbecker Neubürger ist der Ehrenamtler voll des Lobes: „Mit den neuen Flüchtlingen haben wir so gut wie gar keinen Ärger“, sagt er und blickt hinüber zum Jugendhaus, wo einige Frauen mit ihren Kindern sich im Schatten unter dem Vordach die Leckereien vom Salatbüfett schmecken lassen. Gerade die Kinder sind es, die beim Fest der Kulturen ein gutes Vorbild geben. Viele kennen sich aus der Schule und ihnen ist es völlig egal, welche Hautfarbe ihre Freunde haben.

Kinder zeigen beim Fest der Kulturen, wie Integration funktioniert

Mut brauchten die Festgäste beim Free-Jump. © Anna-Lena Haget

Umschwärmtes Highlight neben dem Fußballfeld und der Hüpfburg ist der Free-Jump, ein riesiges Luftkissen mit einem ausfahrbaren Sprungturm, von dem alle mutigen Festbesucher sich fallenlassen können. Die elfjährige Fatouma und ihre Freundinnen stellen sich immer wieder an, um den Nervenkitzel des Sprungs aus mehreren Metern Höhe zu genießen. Und auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken hat sich angestellt, um den Absprung zu wagen.

„Das Fest ist genau so gut wie das Wetter“, sagt Kleweken und freut sich über die vielen Besucher, die den Nachmittag gemeinsam genießen. „Die Idee war ja: Wie kann man Begegnung möglich machen? Und so ist das hier entstanden“, ergänzt Marion Hartz. Sie ist Teamleiterin Ganztag an der Sekundarschule und hat hier schon einige ihrer Schüler getroffen, die beim Fest mit dabei sind.

Treffpunkt für alle

Nebenan haben Susanne Wolter und Susanne Segbers ihre kleine Modeboutique für Besucher geöffnet. Die Kleiderkammer ist gut besucht, denn hier können die Besucher nach Herzenslust stöbern. Auch Nouri schaut herein. Der junge Syrer hat schon seit neun Uhr morgens kräftig mit angepackt und stöbert nach dem ein oder anderen Schnäppchen.

„Ich wäre beim Free-Jump gerne von ganz oben springen, aber der Mann sagte, ich darf nicht“, meint der junge Mann mit dem Harry-Potter-T-Shirt leicht betrübt. Susanne Wolter spricht dem Maurer-Azubi Mut zu.

Kinder zeigen beim Fest der Kulturen, wie Integration funktioniert

Am Freiluftbüfett hatten die Organisatoren selbst gemachte Spezialitäten aus aller Herren Länder im Angebot. © Anna-Lena Haget

Sie und ihre Kollegin kennen viele der Kunden schon eine ganze Weile. „Für uns ist das viel mehr als nur eine Kleiderkammer. Das ist auch ein Treffpunkt“, erklärt Susanne Wolter und zeigt stolz auf die brandneue Verkaufstheke.

Ihr Ehemann, der bei einer Tischlerei in Coesfeld arbeitet, hat dafür gesorgt, dass das neue Möbel günstig die Kleiderkammer erreicht. Beim Bau hat ihm Tischler-azubi Shanabraz geholfen, der auch gekommen ist, um sich das gute Stück an seinem neuen Einsatzort anzuschauen. „Sehr schön, echt gut geworden“, urteilt der angehende Tischler stolz.

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