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Pony aus Legden macht Karriere in Kalifornien

US-Pferd des Jahres

Ein echter Goldjunge ist das westfälische Reitpony "Goldi". Nach Triumphen in Deutschland verzaubert es nun die amerikanische Reiterwelt. Als erstes Pony überhaupt wurde der fünfjährige Hengst jetzt zum „US-Pferd des Jahres“ gekürt. Im Stall der Hobbyzüchter Claudia Flüthmann-Boom und Dietmar Boom begann die Karriere.

LEGDEN

, 14.11.2014
Pony aus Legden macht Karriere in Kalifornien

Mit Goldhufen zum Siegertitel: Golden State aus Legden ist Amerikas Pferd des Jahres.

Goldi, so nennt ihn seine jetzige Besitzerin, die Amerikanerin Melissa Mulchahey. Sein voller Name: Golden State. Seine Eltern: der Hengst Golden Moonlight und die Stute Daylight. Kann eine Erfolgsgeschichte schöner beginnen, als wenn sich Mond- und Taglicht küssen? Aber so romantisch war es nun doch nicht. Booms haben ihre Stute künstlich befruchtet. Aber mit der Auswahl des Hengstes haben sie offenbar alles richtig gemacht. Und das obwohl die beiden Legdener nicht über langjährige Zuchterfahrung verfügten.

2003 entdeckten die Booms die Ponyzucht als Hobby. Beide waren seit ihrer Jugend begeisterte Reiter. Doch für die aktive Reiterei fehlte neben dem Betrieb ihrer Gärtnerei die Zeit. Dann sahen sie beim Legdener Züchter Heinz Droppelmann die zweijährige Stute Daylight traben. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick. Und der Blick war offenbar ein Kennerblick: 2004 wurde Daylight mit einer Staatsprämie als Zuchtstute ausgezeichnet. Acht Fohlen hat sie seither zur Welt gebracht.

Aber Golden States Ruhm überstrahlt bislang alle anderen Daylight-Fohlen. „Er hat nicht nur äußerliche Qualitäten“, sagt Claudia Flüthmann-Boom. Seine begehrte helle Creme-Farbe (Palomino), seine freudige Gelehrigkeit, sein ausgeglichenes Wesen, sein Körperbau, seine Eleganz und Akzentuierung in den verschiedenen Gangarten – „das alles ist einmaliges Züchterglück“, sagt Dietmar Boom.

Dennoch verkauften die Booms 2009 das das vielversprechende Fohlen nach Paderborn, nachdem es bundesweit Vize-Fohlen-Champion geworden war. „Wir haben hier nicht die Möglichkeit, die Pferde professionell auszubilden. Da könnten sie ihr Potenzial gar nicht ausschöpfen.“ Dass aber soviel Potenzial in Golden State steckt, das hat die Booms nun doch überrascht: 2011 wurde „Goldi“ – der inzwischen schon Melissa Mulchahey gehörte – Prämienhengst, 2012 Westfalenchampion. Und dann kam die Sensation beim Bundeschampionat 2012. Dietmar Boom war live dabei als es den Wertungsrichtern in Warendorf die Sprache verschlug: Das dreijährige Pony heimste Bestnoten in Serie ein, auch von Fremdreitern, im Durchschnitt eine 9,5. Boom: „Das war einmalig. Das hat noch keiner getoppt. Normalerweise freuen sich die Züchter schon über eine Einzelwertung von 7,5 oder 8.“

Vor einem Jahr übersiedelte Golden State zu seiner Besitzerin nach Kalifornien. Und die USA scheinen für ihn das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Die Booms freuen sich jedenfalls, dass es ihr Pony so gut getroffen hat. Für sie selbst soll die Reitponyzucht weiterhin „nur“ Hobby bleiben. „Wenn wir abends zum Stall kommen, dann können wir richtig abschalten“, sagt Dietmar Boom. Falschen Ehrgeiz hat er nicht. „So einen Erfolg kann man nicht wiederholen.“ Und seine Frau umschreibt die nächsten Zuchtziele so: „Das wichtigste ist doch, dass die Ponys lieb und brav sind, sodass Kinder gut mit ihnen umgehen können.“ 

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