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Stillstand statt Surfen

Bauernschaften ohne Netz

LEGDEN Die Internetnutzer im Asbecker Außenbereich und in Wehr sehen rot. Jeder Versuch, sich einzuwählen scheitert: Statt des grünen Verbindungssymbols leuchtet beständig das rote: „Netz nicht verfügbar.“ Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

von Von Sylvia Luettich-Guer

, 11.08.2010
Stillstand statt Surfen

Keine Verbindung ins Internet. Diese Meldung ärgert viele Computer-Nutzer in den Außenbereichen.

Denn aus der Lösung per Funk, die die Firma epcan im Mai Landwirten im Rathaus vorgestellt hat, wird nichts – aus mangelnder Nachfrage. Mindestens 20 – die aber möglichst nah beieinander – seien aber erforderlich. „Dabei hatten wir alle Haushalte in dem Bereich angeschrieben“ – immerhin einige hundert. Diese geringe Resonanz wundert nicht nur Waning und seine Kollegen, sondern auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken, der den Kontakt hergestellt hatte. „Viele Bewohner des Außenbereichs hatten mich immer wieder angesprochen, um auf die unbefriedigende Situation hinzuweisen“, so Kleweken.

Die weiße Flecken im Breitbandversorgungsnetz selbst schließen, könne die Gemeinde zwar nicht. Für diese weit mehr als 100.000 Euro teure Investition fehle ihr das Geld. „Und selbst, wenn wir es hätten, dürften wir nicht einfach einer Firma den Auftrag dafür geben“, so der Bürgermeister. Etwas habe er aber doch tun können für die verhinderten Net-Surfer des Außenbereichs: Behilflich sein bei der Suche nach technischen Alternativlösungen. Fündig geworden war er in Vreden bei dem Unternehmen epcan, das schnelles Internet per Funk anbietet. Diese Lösung hat inzwischen viele Freunde in der Region gefunden – auch Bauerschaften, die wie das Frettholt oder Wehr bislang komplett auf der Leitung standen. Was in Ammeloe, Wennewick, Lünten, Ellewick und Oldenkott funktioniert hat, kommt bei den Menschen in den Legdener Bauerschaften allerdings nicht an.

Über die Gründe können das Team von epcan und Bürgermeister nur spekulieren. Der Preis für eine schnelle Internetverbindung via Funk sei zwar etwas teurer als herkömmliche Breitband-Verbindungen. Aber die Preise seien mit 25 beziehungsweise 35 Euro im Monat immer noch annehmbar für Privatleute, so Kleweken. Auf eine reguläre Festnetzverbindung zu warten, sei keine Lösung, ergänzt er. „Denn die wird es im Außenbereich auf lange Sicht nicht geben.“ Für die großen Netzanbieter rechne es sich einfach nicht, die Streusiedlungen zu versorgen. Das hatten Vertreter der Telekom vor zwei Jahren Vertretern von Politik und Verwaltung in einer Ausschusssitzung deutlich gemacht, zu der die gemeinde sie eingeladen hatte.

Die Leerrohre für Glasfaserkabel, die der Kreis jetzt verlegen lässt – die Trasse führt von Ahaus über Legden und Asbeck nach Schöppingen – wird die weißen Flecken in den Randgebieten auch nicht mit den bunten Farben des World Wide Web füllen, wie Kleweken weiß. „Zum einen sind es ja erst nur eine Infrastruktur, die Providern angeboten wird“, erklärt er. Doch auch wenn sich Interessenten fänden, die in die Hülsen Glasfaser schöben, würde das nicht die Versorgung in der Fläche verbessern. 

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