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Leiharbeiter wollte Opel-Job nicht mehr

BOCHUM Der Streit um die Kündigung von Leiharbeitern, die bei Opel eingesetzt waren, hat gestern eine ungewöhnliche Entwicklung genommen. Einer der Männer, die gegen ihre Kündigungen geklagt hatten, wollte eigentlich gar nicht mehr arbeiten. Er schlug das Angebot der Weiterbeschäftigung überraschend aus.

14.08.2008

Vorausgegangen war ein Manöver des Anwalts der Leiharbeitsfirma, der die wahren Absichten des Klägers zutage fördern wollte. Er bot auf der einen Seite an, es bei der Kündigung zu belassen, aber eine Abfindung von 1250 Euro zu zahlen oder aber die Kündigung sofort zurückzunehmen. Er habe ein solches Schreiben dabei, der Mann könne morgen auf der Stelle wieder arbeiten, sagte er und unterschrieb demonstrativ das Dokument. Nach kurzer Beratung mit seinem Rechtsbeistand griff der Kläger zum Geld.7 statt 13 Euro

Warum dem Mann gekündigt worden war, ist trotzdem weiter umstritten. Der Anwalt des Arbeiters hatte die Kündigung mit weiteren Entlassungen von Zeitarbeitern in Verbindung gebracht, die ebenfalls bei Opel eingesetzt waren. Dabei hätten sich die Männer zu Recht über massive Lohnabstriche beschwert. Hintergrund: Ihr Fertigungsbereich war ausgelagert worden, dadurch entfiel eine Zulage von sechs Euro pro Stunde, mit der Opel den Zeitarbeiter-Lohn der Männer zuvor aufgestockt hatte. Das heißt: Sie mussten nun dieselbe Arbeit für sieben anstatt 13 Euro erledigen.

Der Anwalt der Zeitarbeitsfirma erklärte dagegen, dass die Kündigung nur aufgrund der hohen Krankheitszeiten ausgesprochen worden war. Von 1054 Stunden, die er in dem einen Jahr seiner Beschäftigung hätte leisten müssen, habe er 469 gefehlt.