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Leipzig stürmt nach Europa - Hasenhüttl lässt Zukunft offen

Berlin. Auch in seinem zweiten Bundesliga-Jahr schafft RB Leipzig den Sprung nach Europa. Zum Saisonabschluss feiern die Sachsen einen verdienten 6:2-Erfolg bei Hertha BSC. Spannend wird, wie es mit Trainer Ralph Hasenhüttl weitergeht.

Leipzig stürmt nach Europa - Hasenhüttl lässt Zukunft offen

Leipzigs Upamecano (M) jubelt nach seinem 1:0-Treffer gegen die Berliner Hertha. Foto: Soeren Stache

Nach der euphorischen Europa-Party der Spieler von RB Leipzig startete Ralph Hasenhüttl seine ganz eigene Feier mit den Fans. Im weißen Danke-T-Shirt machte der Coach die La Ola alleine vor der Kurve und streckte immer wieder erleichtert seine Faust nach oben.

Durch die Tor-Gala beim 6:2 (3:1) bei Hertha BSC sind die Sachsen auch nach ihrer zweiten Saison in der Fußball-Bundesliga international dabei. „Ich bin sehr stolz auf die Jungs, was sie dieses Jahr geleistet haben“, schwärmte Hasenhüttl.

Durch den starken Abschluss einer Saison mit Höhen und Tiefen sammelte der Trainer auch gute Argumente für den Poker um seine Zukunft. Doch eine mögliche Verlängerung der Zusammenarbeit ließ Hasenhüttl weiter offen. „Ich habe Vertrag bis 2019, ich habe mich mit dem Verein auf die nächste Woche verständigt“, sagte er. „Alles Weitere ist mir heute keine Überlegung wert, ich möchte mich heute nur über ein tolles Jahr freuen.“ In den kommenden Tagen stehen Gespräche mit Sportdirektor Ralf Rangnick an.

Dayot Upamecano (2. Minute), Ademola Lookman (8.), Jean-Kévin Augustin (22./54.), Timo Werner (49.) und Bruma (82.) sicherten am Samstag vor 60.502 Zuschauern im Olympiastadion mit ihren Toren den sechsten Tabellenplatz ab. Sollte Meister FC Bayern am Samstag im DFB-Pokalfinale Eintracht Frankfurt bezwingen, ist für Leipzig auch der direkte Einzug in die Gruppenphase der Europa League perfekt. Durch die Ergebnisse der Konkurrenz erfüllte sich die Mini-Hoffnung auf die Königsklasse aber nicht mehr.

Schon vergangene Saison hatte Leipzig in Berlin das Ticket für die Champions League gefeiert. Für Hertha trafen Vedad Ibisevic (4.) und Salomon Kalou (64.). Damit erfüllte der Hauptstadtclub zwar als Zehnter sein Saisonziel, bot seinen Fans aber wieder mal einen blamablen Auftritt zum Abschluss. Schon vergangene Saison gab es ein 2:6 gegen Bayer Leverkusen. Zuletzt gewann Hertha vor sechs Jahren am 34. Spieltag - und stieg anschließend in der Relegation ab. „Ziel war Top Zehn, das haben wir geschafft“, resümierte Coach Pal Dardai dennoch und sprach von einem guten Fundament.

Bei Leipzig wollte Rangnick schon vor dem Anpfiff ein Verpassen der Königsklasse nicht als Rückschritt bewerten und sprach von einer „außergewöhnlichen Saison“. Spannend bleibt nun die Zukunft von Coach Hasenhüttl. „Es gibt keine Entscheidung zu präsentieren“, sagte Rangnick bei Sky. „Wir werden in aller Ruhe die Saison besprechen.“

Und zumindest sportlich sprach der letzte Auftritt für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Trainer. Von Beginn an war Herthas Defensive mit dem Leipziger Hochgeschwindigkeitsfußball überfordert.

Mit dem Sieg holte Leipzig in seinen ersten beiden Bundesliga-Saisons 120 Zähler, dies gelang umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel nur dem FC Bayern München. Zudem ist das Hasenhüttl-Team der erste deutsche Europapokal-Debütant seit Leverkusen 1986/87 und 1987/88, der auch im nächsten Jahr den Sprung in das internationale Geschäft schaffte.

Die Grundlage für den Erfolg legte Upamecano, der sich im Anschluss an eine Ecke des agilen Kevin Kampl nach nur 75 Sekunden im Kopfballduell mit Mathew Leckie durchsetzte. Nur 130 Sekunden später sorgte Ibisevic mit seinem sechsten Saisontreffer für den Ausgleich, doch Leipzig ließ sich von diesem Rückschlag nicht beirren. Nach sehenswerter Hackenablage von Werner erwischte Lookmann Rune Jarstein mit einem Schuss in die kurze Ecke auf dem falschen Fuß. Und auch beim 1:3 sah der Hertha-Keeper nicht gut aus. Das Spiel wurde zum Leipziger Schaulaufen.

Bei Hertha durfte Julian Schieber sich für eine halbe Stunde in seinem letzten Einsatz noch einmal präsentieren. Im Gegensatz zu Mitchell Weiser, der vor seinem Abgang zu Leverkusen nicht im Kader stand und nach Angaben des Clubs auf eigenen Wunsch nicht im Stadion verabschiedet wurde.

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