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NRW-Justizminister

Leitlinien sollen Resozialisierung von Häftlingen verbessern

Düsseldorf Wie steigt in den Gefängnissen die Chance auf Resozialisierung? Justizminister Kutschaty hat Leitlinien für einen „aktivierenden Strafvollzug“ vorgestellt. Unter anderem sollen auch die Opfer der Straftaten in den Blick rücken.

Leitlinien sollen Resozialisierung von Häftlingen verbessern

NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) steht am Donnerstag (19.01.2012) in Ratingen im Zellentrakt der JVA-Düsseldorf. Die Resozialisierung inhaftierter Straftäter soll in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen verbessert werden.

Die Resozialisierung inhaftierter Straftäter soll in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen verbessert werden. Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) stellte am Mittwoch in Düsseldorf neue Leitlinien für einen „aktivierenden Strafvollzug“ vor. Die Grundsätze sollen bei der täglichen Arbeit in den Justizvollzugsanstalten (JVA) eine Orientierungshilfe sein und auch in das neue Landesstrafvollzugsgesetz einfließen. Erstmals sollen die Belange der Opfer im Vollzug mehr Gewicht bekommen. NRW hat 37 JVAs. Über das ganze Jahr gezählt, sitzen etwa 48.000 Männer und Frauen ein.

 Kutschaty sagte, die Leitlinien seien der Grundstein eines „wirksamen Behandlungsvollzugs“. Dabei stehe die Resozialisierung im Vordergrund. „Denn die Gefangenen müssen auf ihr Leben nach der Haft vorbereitet werden, um die Gesellschaft vor einem Rückfall zu schützen.“ Es reiche nicht, nur denjenigen Gefangenen Angebote zur Resozialisierung zu machen, die bereit sind, mitzumachen. Denn gerade von den Unwilligen gehe eine erhöhte Rückfallgefahr aus.  Als Möglichkeit des Einwirkens nannte der Minister Lockerungen wie zum Beispiel Hafturlaub oder die Möglichkeit, dass Besucher für einen ganzen Tag im Gefängnis bleiben können.  Kriminologische Studien zeigten, dass in den ersten Monaten nach einer Haft besonders hohe Rückfallrisiken bestünden. Daher müsse der Strafvollzug die Entlassungssituation früh in den Blick nehmen.

 Auch Gefängnisleiter waren an der Formulierung der 13 Leitlinien beteiligt. Unter anderem wird für die Häftlinge der Erwerb schulischer und beruflicher Fähigkeiten angestrebt.  Ersatzfreiheitsstrafen, die verurteilte Straftäter absitzen, weil sie die Geldstrafen nicht bezahlen können, sollen auch aus Kostengründen vermieden werden. Stattdessen könnten sie gemeinnützige Arbeit leisten. „Schwitzen satt sitzen“, lautete Kutschatys Formel. Jedes Jahr gehen in NRW etwa 6.000 Menschen ins Gefängnis, weil sie eine Geldstrafe nicht zahlen können.

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