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Eisenbahnmuseum Bochum

Letzte Lok des Opel-Werks geht ins Museum

BOCHUM Es sind Tage, die Dr. Wolfgang Fiegenbaum gerne als Erntedankfest bezeichnet: Nachdem der Vorstand der Stiftung Eisenbahnmuseum am Dienstag bereits die „Premium-Projekt“-Plakette des Bundebauministeriums erhielt, kann er sich nun über ein großes, schweres Geschenk freuen: Die letzte betriebsfähige Lok des Bochumer Opel-Werkes.

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Die Opel-Lok ist eine der ersten Diesel-Lokomotiven in der Industrie und nutzt eine Antriebstechnik, die Dampfloks nicht unähnlich ist.

Opel-Sprecher Alexander Bazio (l.) übergibt Dr. Wolfgang Fiegenbaum, Vorstand der Stiftung des Eisenbahnmuseums, das Betriebsbuch der Lok.

Und die ist gleich in zweierlei Hinsicht eine Besonderheit. Zum einen, weil sie die Sammlung des Eisenbahnmuseums, das vor allem Loks aus der Bergbauära des Ruhrgebiets ausstellt, sinnvoll ergänzt, wie Fiegenbaum sagt: „Denn die Lok repräsentiert die Industrieepoche des Automobilbaus.“

Zum anderen ist die Werk-Lok, Baujahr 1962, auch technisch eine Rarität, steht sie doch verkehrshistorisch für die Übergangsphase zwischen Dampf- und Diesellokomotiven in der Industrie.

„Bis Ende der 1960er-Jahre gab es bei Dieselloks Triebstangen zwischen den Rädern, wie es davor auch bei den Dampfloks der Fall war“, sagt Fiegenbaum. Um genau so eine Lok aus der frühen Phase des Dieselantriebs handelt es sich auch bei der Opel-Lok: „Es handelt sich damit für uns um ein einzigartiges Exponat“, sagt der Stiftungsvorstand.

Einbindung in neues Konzept

Zufrieden mit der neuen Bestimmung der Lok ist auch die Adam Opel AG, wie deren Sprecher Alexander Bazio sagt: „Wir wollten die Lok, die zu Bochums Stadtbild gehört, nicht einfach verschrotten.“ Er selbst hoffe, dass die Lok – nach notwendigen Reparaturarbeiten – langfristig wieder im Ruhrtal eingesetzt werden könne und beispielsweise bei der historischen Ruhrtalbahn eingesetzt werde. Ob sich diese Hoffnung jedoch erfüllt, ist derzeit noch ungewiss.

Denn Wolfgang Fiegenbaum möchte dem Eisenbahnmuseum ein modernes, neues Ausstellungskonzept verpassen (wir berichteten) und kann sich auch die Einbindung der Opel-Lok darin vorstellen, indem sie der mit dem Bergbau verknüpften Kultur- und Arbeitsgeschichte gegenübergestellt wird.

Auch persönliche Erinnerungen der Menschen, die mit der Lok bisher gearbeitet haben, möchte Fiegenbaum gerne aufschreiben und in die zukünftige Ausstellung einfließen lassen: „Als ich das überschlagen habe, bin ich auf 500 mit dieser Lok verknüpfte Menschen gekommen“, sagt er.

Weitere Änderungen im Museum

Bis zur endgültigen Präsentation im neuen Kontext bleibt also noch viel zu tun für das Eisenbahnmuseum. Die ersten Änderungen stehen jedoch schon bald an: „In wenigen Wochen ist endlich der Wasserturm saniert“, sagt Fiegenbaum. Über Jahre hinweg konnte der Turm, der das Wasser für die Dampfloks bereithält, nur eingeschränkt genutzt werden, drohte sogar teilweise einzustürzen.

Nach dem Ende der Arbeiten, deren Kosten von rund 130.000 Euro mit Förderung der Sparkasse getragen wurden, wird der Turm wieder voll belastbar sein.

Im weiteren Verlauf des Jahres müssen sich die Besucher des Starlight Express zudem auf eine neue Lok auf dem Vorplatz einstellen. Die momentan dort ausgestellte Leihgabe des Eisenbahnmuseums geht zurück in das Dahlhausener Museum.

Doch für Ersatz ist bereits gesorgt, so Fiegenbaum: „Wir hatten noch eine in Einzelteile zerlegte Lok, die gerade mit Unterstützung von Starlight Express in Polen montiert wird. Die wird dann am Musicaltheater ausgestellt.“

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