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Levine verklagt Metropolitan Oper wegen Vertragsbruchs

New York. James Levine gibt nicht auf: Der vor wenigen Tagen wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gefeuerte Star-Dirigent reicht nun gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, die New Yorker Metropolitan Oper, Klage ein.

Levine verklagt Metropolitan Oper wegen Vertragsbruchs

Der US-amerikanische Dirigent James Levine (1999) befeuert die #MeToo-Debatte. Foto: Stephan Jansen

Drei Tage nach seinem Rauswurf hat Star-Dirigent James Levine die New Yorker Metropolitan Oper wegen Vertragsbruchs und Rufschädigung verklagt.

In der beim Obersten Gericht des Staats New York eingereichten Klage fordert Levine mehr als 5,8 Millionen Dollar Schadenersatz, wie die „New York Times“ am Donnerstag berichtete. Laut seinem Vertrag stünden ihm ein Jahresgehalt von 400 000 Dollar und von 27 000 Dollar für jede seine kommenden Auftritte zu. Das Opernhaus wies die in der Klage aufgeführten Anschuldigungen umgehend zurück. Der 74-Jährige war am Montagabend nach Vorwürfen sexuellen Missbrauchs entlassen worden.

In der Klage wird zudem festgestellt, dass Levine „klar und unmissverständlich jegliches Fehlverhalten in Zusammenhang mit diesen Anschuldigungen bestritten“ habe. Vielmehr sei sein Rauswurf Ergebnis eines lange gehegten Plans vom Geschäftsführer der Oper, Peter Gelb, ihn loszuwerden. Zudem gebe es in seinem Vertrag keine Klausel, nach der die Oper - kurz Met - ihn feuern oder freistellen könne. Das Opernhaus habe nach „vagen und unbegründeten Anschuldigungen in der Presse“ gehandelt.

Die Anwältin der Oper, Bettina Plevan, erklärte laut Zeitungsbericht dagegen, man habe den Vertrag mit Levine am 12. März aufgelöst, nachdem eine gründliche Untersuchung glaubwürdige Hinweise auf sexuelles Fehlverhalten des Dirigenten während seiner Zeit an der Met enthüllt habe. „Es ist schockierend, dass Mr. Levine sich geweigert hat, Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen und stattdessen heute entschieden hat, auf die Met mit einer Klage gespickt von Unwahrheiten loszugehen.“

Levine, der als einer der besten Dirigenten der USA gilt, ist der bislang hochrangigste Vertreter der Klassik-Welt, der im Zuge der #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe seinen Job verloren hat. Er hatte die Anschuldigungen - unter anderem von vier Männern - zuvor stets zurückgewiesen.

Der 1943 im US-Bundesstaat Ohio geborene Levine hatte seit den frühen 1970er Jahren an dem New Yorker Opernhaus gearbeitet und war seit 1975 der musikalische Leiter der Met. Nach gesundheitlichen Problemen hatte er sich 2016 von dem Posten zurückgezogen, aber in verschiedenen Rollen weiter für das Opernhaus gearbeitet, unter anderem als Betreuer für junge Künstler.

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