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Lieber zur Arbeit als zum Arzt

BOCHUM Die Beschäftigten melden sich immer seltener krank. Das Bundesgesundheitsministerium berichtet über den zweitniedrigsten Halbjahreswert bei den Krankentagen seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahre 1970. Aktuell liegen die krankheitsbedingten Fehlzeiten deutscher Betriebe bei 3,34 Prozent.

07.08.2008

"Bei 123 000 versicherungspflichtig Beschäftigten in Bochum sind demnach nur 4 100 mit ärztlichem Attest krank geschrieben gewesen", so DGB-Regionsvorsitzender Michael Hermund. Veröffentlichungen der Hans-Böckler-Stiftung und jüngsten Statistiken des Bundesgesundheitsministeriums zufolge arbeiten Beschäftigte immer häufiger in Wechselschicht, nachts oder deutlich über 40 Wochenstunden.

Der DGB Regionsvorsitzende sieht vor allem im Zusammenhang dieser Prozesse ungute Entwicklungen: "Obwohl sich Arbeitszeiten verlängern und immer mehr Beschäftigte in so genannten atypischen Arbeitsverhältnissen arbeiten, bleibt es seit langem bei einem niedrigen Krankenstand. Offensichtlich besiegt die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes immer häufiger einen vernünftigen Umgang mit der eigenen Gesundheit."

Der DGB teilt die Ansicht von Arbeitsmarktexperten, die darauf verweisen, dass anders als in der Vergangenheit trotz immer noch guter Konjunktur und sinkender Arbeitslosenzahlen die Angst vor Jobverlust vorherrscht.

Hermund: "Wir betrachten diese Entwicklung mit Sorge und wünschen uns Unternehmen, in denen nicht Angst vor Jobverlust herrscht, sondern ein gemeinsamer verantwortlicher Umgang mit der Gesundheit der Beschäftigten."