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Lina Kötterheinrich lebt im Leistungszentrum

Tennis

Seit Mitte August, pünktlich zum Start des neuen Schuljahres, hat für die Deutener Tennisspielerin Lina Kötterheinrich ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Die 15-Jährige verließ ihr Elternhaus im Münsterland und zog ins Leistungszentrum des Westfälischen Tennisverbandes (WTV) nach Kamen, um ab sofort Schule und Sport optimal vereinen zu können. Eine große Umstellung für den Familienmenschen Lina.

DEUTEN

von Von Jan-Henning Janowitz

, 24.10.2016

Das liebevolle Wecken durch die Mutter? Fällt aus. Gemeinsames Frühstück mit der Familie? Geschichte. Kurzfristige Besuche bei Oma und Opa? Geht nicht mehr. Lina Kötterheinrich musste sich nach ihrem Umzug ins Ruhrgebiet umstellen. Und das fiel ihr gerade in den ersten Wochen keinesfalls leicht. „Ich vermisse eigentlich alles an meinem Zuhause. Für mich war das schon ein großer Schritt, der mit vielen Emotionen verbunden war“, gibt Kötterheinrich zu.

Schmuckes Jugendhaus

Ihr neues Zuhause ist das schmucke Jugendhaus des Westfälischen Tennisverbandes am Hauptsitz in Kamen, wo momentan neben Lina drei weitere Nachwuchsathleten wohnen. Sie alle haben das gleiche Ziel: so weit wie möglich in ihrem Sport nach nach oben zu kommen. Lina Kötterheinrichts Vorgänger im Gästehaus haben es bereits weit gebracht. Dinah Pfizenmaier spielte sich von Kamen aus auf den Center-Court der French-Open und unter die Top 100 der Welt, Daniel Masur wurde jüngst ins Davis-Cup-Team berufen. Ob es bei ihr für eine Profikarriere reichen wird, darüber macht sich zumindest Lina Kötterheinrich vorerst keine Gedanken. „Ich bekomme weder Druck von meinen Eltern noch von meinem Umfeld. Ich bin sehr motiviert und möchte hier das Optimale aus mir rausholen. Dann schauen wir, wohin der Weg geht. Aber hier habe ich auf jeden Fall die perfekten Möglichkeiten, um das Beste aus mir zu machen“, sagt Lina.

Das Beste aus sich machen möchte Lina natürlich auch in der Schule. Der WTV hat eine Kooperation mit dem Stadtgymnasium Kamen, das den Athleten viel Freiraum bei Turnierreisen und Trainingsplänen gibt. „In der Schule wurde ich toll aufgenommen und habe auch schon Freunde gefunden. Nur ist hier überall so viel Beton. Das ist im Münsterland etwas schöner“, muss Lina schmunzeln.

Morgens in den Kraftraum

Morgens vor der Schule geht es meistens in den Kraftraum. Drei Mal in der Woche ist nur bis 13 Uhr Unterricht. Danach folgen in der Regel vier Stunden Tennistraining plus eine Stunde Kondition. An den langen Schultagen stehen täglich drei Stunden Tennis plus Konditions- und Krafttraining auf dem Programm. Zwei Mal in der Woche kommen zusätzlich noch der Physiotherapeut und der Athletiktrainer. Die ehemalige Deutener Damenspielerin Julia Pietzko, mittlerweile studierte Sportpsychologin, betreut die Kaderspieler ebenfalls individuell. „Die Tage sind wirklich lang. Aber es bleibt immer noch Zeit für einen DVD-Abend oder gemeinsame Aktivitäten“, sagt Lina.

Ein völlig normales Teenager-Leben ist das sicherlich nicht. Doch die frischgebackene NRW-Meisterin der Altersklasse U16 fühlt sich wohl. „Ich habe den Schritt noch keine Sekunde bereut. Die Zeit mit der Familie und mit Freunden nutzt man nun viel intensiver und bewusster. Mir gefällt es hier. Und der Verband kümmert sich toll um uns“, sagt Kötterheinrich, die sich vor allem darüber freut, dass sie nicht mehr zwölf Stunden in der Woche mit dem Auto unterwegs ist, um in Kamen zu trainieren.

Stürmische Begrüßung

Ein Mal in der Woche sitzt sie dann aber doch mit großer Freude im Wagen. Wenn es am Freitag Richtung Heimat geht, kann Lina das Wiedersehen mit Freunden und Familie kaum erwarten. Und wenn sie dann noch von Hund Carlo stürmisch begrüßt wird, sind die Trainings- und Schulstrapazen der Woche spätestens wieder vergessen.

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