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Lob für Lehmann in England - Kritik von Matthäus

London/Hamburg (dpa) Sonst gescholten, diesmal gelobt: Auch wenn Jens Lehmann ausgerechnet bei seiner Rückkehr ins Tor die Hoffnungen auf den englischen Meistertitel mit dem FC Arsenal begraben musste, durfte er sich wenigstens über ungewohntes Lob der englischen Presse freuen.

«Der 38-Jährige machte das Beste aus zahlreichen Möglichkeiten, um seinem Trainer und seinem Rivalen für das Torwart-Jersey zu zeigen, dass er wirklich nicht zum alten Eisen zählt», meinte der «Guardian» und ernannte Lehmann ebenso wie der «Daily Mail» zum «Man of the Match».

«Lehmann, der zuletzt mit seiner Geringschätzung für seinen Rivalen Manuel Almunia nicht hinter dem Berg hielt, machte diese Saison seine Fehler, aber bei diesem Spiel konnte er seinen Kopf hochhalten», befand auch das Boulevard-Blatt «The Sun». Doch vermochte es der wegen einer Handgelenkverletzung von Almunia kurzfristig in den Kasten beorderte Keeper nicht, die 1:2-Pleite gegen Spitzenreiter Manchester United zu verhindern. Bei den Toren von Cristiano Ronaldo (52.) per Elfmeter und Ex-Bayern-Profi Owen Hargreaves (71.) per Freistoß war Lehmann eigentlich chancenlos.

Die renommierte «Times» haderte aber mit dem gelbverwarnten Torwart. «Jens Lehmann sah die Gelbe Karte dafür, dass er sich aufführte wie, nun ja, Jens Lehmann. Wir kennen seine dummen Eskapaden mittlerweile», nörgelte das Blatt. Der deutsche Torhüter habe sich «nach all seiner Großspurigkeit» in der vergangenen Woche, als er deutliche Kritik an seiner Situation geübt hatte, in seinem elften Saisoneinsatz als fehlbar erwiesen.

Aus der Ferne erteilte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dem deutschen Nationalkeeper im Umgang mit seiner Bankdrücker-Rolle Ratschläge. «Was Lehmann macht, ist Polemik. Er wäre schlau beraten, wenn er diese bittere Pille schlucken würde», meinte Matthäus in einem in mehreren Medien verbreiteten Interview.

Ob mit oder ohne Lehmann im Kasten - in den bisherigen 34 Saisonspielen hat Arsenal die Meisterschaft bereits verspielt. Der Rückstand auf ManU beträgt neun Punkte, der Traum vom Triumph in der Champions League war in der vergangenen Woche am FC Liverpool zerplatzt. «Ich bin kein Idealist. Ich will Trophäen gewinnen und ich bin sehr traurig, dass wir diese Saison nun keine mehr holen können», bilanzierte Coach Arsène Wenger, der von der arsenaltypischen Spielweise auch in der kommenden Saison nicht abrücken will. «Wir wollen so spielen, wie wir spielen - aber wir wollen es besser machen.»

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