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Auftaktsieg gegen Portugal

Löw beweist bei Aufstellung glückliches Händchen

LWIW Die deutsche Nationalmannschaft ist mit dem 1:0 (0:0)-Sieg gegen Portugal in die EM gestartet. Bundestrainer Joachim Löw hatte vor dem Anpfiff für zwei dicke personelle Überraschungen gesorgt – und mit den Einsätzen von Torschütze Mario Gomez und Innenverteidiger Mats Hummels goldrichtig gelegen.

Löw beweist bei Aufstellung glückliches Händchen

72 Minuten mussten sie sich gedulden. Dann schlug der Ball nach Gomez' KIopfball endlich im Tor ein.

Dennoch lief längst nicht alles rund im Spiel der DFB-Auswahl. Es gab gewiss schon leichtere Wochenenden für Hansi Flick als das vergangene. Am Freitag hatte er rhetorisch völlig daneben gezielt und sich noch am selben Tag für seine „Stahlhelm“-Metapher öffentlich entschuldigen müssen. Einen Tag später musste der Löw-Assistent 22 Millionen verdutzten Fernsehzuschauern in Deutschland erklären, dass Geburtstagskind Miroslav Klose und Innenverteidiger Per Mertesacker das erste Gruppenspiel nur von der Bank aus erleben würden. Das läge doch sicher an Verletzungen, mutmaßte der TV-Reporter, Flick jedoch antwortete knapp: „Beide sind absolut fit.“ Wohl fühle er sich in der Situation nicht. Es ging ja auch um zwei WM-Helden von 2010.

Löw hatte die Öffentlichkeit – und auch seine Mannschaft – tagelang in die Irre geführt. Mertesacker und Klose durften der Presse in den Tagen vor dem Portugal-Spiel Auskunft geben. Man konnte das durchaus als Zeichen verstehen, dass das Duo trotz ihres verletzungsbedingten Rückstands in der Gunst des Bundestrainer weiterhin hoch oben stünde. Doch dann teilte der 52-Jährige seinen Routiniers am Freitagabend mit, dass er nicht auf sie, sondern auf Mats Hummels und Mario Gomez setzen würde. Es waren überraschende Entscheidungen, für die sich Löw nach dem Abpfiff genüsslich auf die eigene Schulter klopfen durfte. Die Wechsel brachten die entscheidenden Impulse. Sie lenkten das Spiel zugunsten der deutschen Elf.

Vor allem Hummels, der in der Nationalelf bislang eher unglücklich agierte, rechtfertigte das Vertrauen des Bundestrainers mit einer phänomenalen Leistung. Der Dortmunder riss die Rolle des Abwehrchefs an sich, glänzte in der Spieleröffnung und hielt defensiv immer genau dort ein Köperteil hin, wo es gerade benötigt wurde. „Mats Hummels hat es sehr gut gemacht“, meinte Löw. Doch auch Holger Badstuber und der zuletzt aufgrund seiner nächtlichen Aktivitäten mit einem weiblichen Z-Promi unter Druck geratene Jerome Boateng machten ihre Sache sehr, sehr ordentlich. Letzterer leistete sich in der zittrigen Schlussphase gegen Cristiano Ronaldo zwar eine Schlafmützigkeit, bügelte sie aber auch umwendend selbst wieder aus. Die größte Erkenntnis des Tages lautete daher: Deutschland hat pünktlich zum Turnierstart seine Abwehrkette gefunden.

In „positiver Richtung“ (Löw), also auf dem Weg zum gegnerischen Tor, besteht allerdings noch erhöhter Nachholbedarf. „Wir müssen noch einiges optimieren“, hatte auch Löw erkannt, die lange Liste jedoch lieber nur angedeutet. Das gegen Portugal eher lahme Flügelspiel steht ebenso auf dem Zettel wie die Mitwirkung der zentralen Achse um Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger sowie die Anbindung der einzigen Spitze Gomez. Auch das Umschaltspiel klappt längst nicht so gut wie von Löw eingefordert. „Wichtig ist, dass wir gewonnen haben“, bilanzierte Kapitän Philipp Lahm, der angesichts seiner schwachen Vorstellung erhöhtes Interesse an einer eher oberflächlichen Analyse der Partie hatte. Der Linksverteidiger sah gegen Dribbelkünstler Nani ein ums andere Mal schlecht aus.

Vor allem in der Schlussphase kamen die Portugiesen mehrfach gefährlich über seine Seite vor das deutsche Tor. Einer Glanzparade von Manuel Neuer (87.) war es zu verdanken, dass Gomez‘ Treffer nach einer abgefälschten Flanke von Sami Khedira zum Auftaktsieg reichte. Und so konnte Löw mit der Gewissheit, vieles richtig gemacht zu haben, feststellen: „Das Turnier hat jetzt begonnen.“ Und Deutschland ist nach einem Auftakt, der noch Luft nach oben ließ, mittendrin.

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