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90 Minuten Normalität

Löw lobt BVB-Spieler Götze: "Viel gearbeitet"

HAMBURG 3:0 gewonnen, 90 Minuten durchgespielt – und von der beißenden Kritik Jens Lehmanns diesmal verschont geblieben: Für Mario Götze verlief der Arbeitstag am Samstag insgesamt zufriedenstellend. Zwar gelang dem Dortmunder, der im DFB-Trikot erneut als "falsche Neun" auflief, kein eigener Treffer gegen Tschechien, Zuspruch von Bundestrainer Joachim Löw und seinen Mitspielern bekam er trotzdem.

Löw lobt BVB-Spieler Götze: "Viel gearbeitet"

Bilder der Partie zwischen Deutschland und Tschechien.

Es ist nicht überliefert, ob der Raum für die Dopingproben im Hamburger Volksparkstadion über ein TV-Gerät verfügt. Handyempfang allerdings gibt es, sodass Mario Götze die Wartezeit am Samstagabend einigermaßen unterhaltsam gestalten konnte.

Späte Überstunden

Der Dortmunder war gemeinsam mit Jerome Boateng von den Kontrolleuren ausgelost worden, doch es lief nicht so recht bei den beiden Nationalspielern. Die Mannschaft fuhr ohne sie ab, das Duo wurde später per Minibus ins Teamhotel gebracht.

3:0 - next step on our way to russia. #GERCZE@esmuellert_pic.twitter.com/bLlRMX6yUI

— Mario Götze (@MarioGoetze) 8. Oktober 2016

Götze twitterte nach dem 3:0-Sieg über Tschechien seine Zufriedenheit über das Spiel hinaus in die Welt. Und wo er sich schon auf der Plattform des Kurznachrichtendienstes bewegte, da dürfte er auch etwas von dem Spott über Jens Lehmann mitbekommen haben. Mit dem TV-Experten verbindet ihn seit dem Länderspiel in Norwegen ja eine etwas angespannte Beziehung. Der frühere Torwart hatte damals bei seinem Stammsender RTL über Götze geschimpft, er bewege sich gar nicht und tue nichts. Es waren überharte Worte, die hinter den Kulissen für reichlich Missstimmung gesorgt hatten.

Am Samstag nun war es Lehmann selbst, der sich Spott anhören musste, weil er vor laufenden Kameras das einstige Kopfballungeheuer Horst Hrubesch mit Uwe Reinders verwechselt hatte – und sogar noch auf seiner Meinung beharrte, als Hrubesch erklärte, er müsse jemand anderen meinen.

"Viel gearbeitet"

Vielleicht freute sich Götze ein wenig darüber, jedenfalls war er diesmal aus dem Schneider. Es gab kein böses Wort von Lehmann in seine Richtung, dafür ganz viel Zuspruch von den Kollegen und dem Trainer. „Mario hat viel gearbeitet“, lobte ihn Joachim Löw und attestierte ihm somit von höchster Stelle aus, diesmal keineswegs „nichts“ gemacht zu haben, sondern sogar sehr viel. Auch wenn die Zahlen das auf den ersten Blick nur bedingt belegten.

24 Ballkontakte nur verzeichneten die Statistiker über 90 Einsatzminuten, sieben weniger als der beschäftigungslose DFB-Torhüter Manuel Neuer. Auch die Quote von 27,3 Prozent gewonnenen Zweikämpfen war keine, die zu spontanen Jubelstürmen hinriss. Und doch erklärte Mats Hummels im Brustton der Überzeugung: „Mario hat sich für uns den Arsch aufgerissen und ist weite Wege gegangen, dadurch hat er gefährliche Situationen für seine Mitspieler kreiert, er ist sehr wichtig für unsere Mannschaft.“ Falsch lag er damit nicht.

"Ansteigende Form"

Denn in der Tat war Götze viel unterwegs, er tauchte mal links auf, mal rechts, bot sich an, sprintete hinter die Linie – was zu „ein paar zu viel Abseitssituationen“ geführt habe, wie Löw dann doch bekrittelte – und leitete das 1:0 durch Thomas Müller ein. Dazu erbrachte er den Nachweis, dass die Kräfte inzwischen für 90 Minuten reichen, das dürfte vor allem seinen Klubtrainer Thomas Tuchel sehr zufrieden gestimmt haben.

Niemand – nicht einmal Lehmann – wollte daher widersprechen, als Löw einem seiner Lieblingsschüler ins Zeugnis schrieb, seine Form sei „ansteigend“. Das einstige Sorgenkind ist auf dem Weg in die Normalität. 

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