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Loewe setzt auf Vernetzung und Premium-Kunden

Berlin (dpa) Vor einem Jahr stand der traditionsreiche Fernsehgeräte-Hersteller Loewe am Abgrund. Im Frühjahr wagte ein Team neuer Investoren den Neustart. Sie glauben an einen Erfolg von Loewe im teureren Premium-Segment.

Loewe setzt auf Vernetzung und Premium-Kunden

Bei Loewe geht's weiter. Das Unternehmen setzt weiterhin auf das gehobene Segment. Foto: Rainer Jensen

Der Fernsehgeräte-Hersteller Loewe setzt nach dem Neuanfang auf den Trend zur Vernetzung, um die Krise hinter sich zu lassen. Die Modelle, die Loewe auf der IFA (Publikumstage: 5. bis 10. September) in Berlin zeigt, können unter anderem vom Smartphone aus gesteuert werden und das TV-Bild an ein Tablet weitergeben. Loewe wolle auch tiefer ins Geschäft mit Heimvernetzung vorstoßen, sagte der neue Chef und Mitbesitzer Mark Hüsges auf der Elektronikmesse.

Hüsges und sein Geschäftspartner Boris Levin hatten Loewe im Frühjahr über ihre Investmentfirma Stargate Capital übernommen. Das 1923 gegründete deutsche Traditionsunternehmen hatte 2013 nach hohen Verlusten einen Insolvenzantrag gestellt.

Hüsges zeigt sich zuversichtlich, dass sein Konzept für Loewe aufgehen wird. «Aus meiner Sicht liegt die Überlebenschance bei 100 Prozent. Ich hätte das Investment nicht gemacht, wenn ich nicht überzeugt gewesen wäre, dass es funktioniert», sagte er der dpa.

An der Fertigung in Deutschland werde Loewe festhalten, betonte Hüsges. «Wir haben gerade erst bestätigt, dass wir auf den Standort Deutschland setzen.» Inzwischen werde auch wieder die Zahl der Arbeitsplätze erhöht. Loewe hatte im Zuge des Insolvenz Stellen gestrichen, zum Schluss war rund ein Viertel der Jobs weggefallen.

«Ich möchte betonen, dass wir keine Finanzinvestoren sind», sagte Hüsges. «Wir verstehen uns eher in der Tradition eines Familienunternehmens.»

Hüsges hofft unter anderem auf China als Absatzmarkt - zum Ende des Jahres soll es dort sieben Geschäfte als «Loewe-Galerien» geben. Die enge Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Hisense erlaube Loewe unter anderem einen günstigeren Zugang zu Bauteilen, sagte der Firmenchef. «Wir sind ein mittelständisches Unternehmen in einem von asiatischen Riesen dominierten Markt.» Ohne eine Partnerschaft wie mit Hisense wäre das Problem der Produktionskosten schwer zu lösen gewesen.

Mit Hisense werde eine gemeinsame technische Plattform entwickelt. Loewe werde aber den Fokus auf das gehobene Premium-Segment beibehalten. «Wir werden keine billige Massenware herstellen», sagte Hüsges. «Wir wollen ein Premium-Anbieter bleiben, in einer Nische hochwertiger Produkte.» Die neuen Modelle sollen auch die Ultra-HD-Technik für schärfere Bilder unterstützen.

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