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Lokführerstreik: "Irgendwann reicht es"

WITTEN Auch der zweite Streiktag der Lokführer war die Wittener Bahnkunden kein guter.

von Von Julia Reidegeld

, 18.10.2007
Lokführerstreik: "Irgendwann reicht es"

Markus Porath und Petra Kropewnicka warten auf den Zug nach Dortmund: „Irgendwann reicht‘s!“

Seit zehn Uhr ist kein Zug mehr nach Dortmund gefahren - jetzt ist es kurz vor elf. Markus Porath steht mit Petra Kropewnicka auf dem Bahnsteig 1 und wartet auf den Zug nach Dortmund. Bis vor ein paar Minuten kannten sie sich nicht, doch jetzt regen sie sich gemeinsam auf - über die Bahn. So geschehen beim zweiten Streik-Tag der Lokführer am Donnerstag.

„Ich habe einen Arzttermin in Dortmund und nun musste ich auch schon dort anrufen. Ich gehe nicht davon aus, dass ich noch pünktlich sein werde.“ In weiser Voraussicht fuhr Petra Kropewnicka alleine und nicht wie sonst mit ihren Sohn. „Reicht ja, wenn ich hier stehe." Zudem bekam die Wittenerin den Tipp, dass eine Monatskarte zu einem 15-Euro-Taxigutschein führe. „Aber für den Preis komme ich doch nicht von Witten nach Dortmund“, stellt die Hartz VI-Empfängerin entsetzt fest.

Verständnis

Zwischen zehn und elf Uhr fallen von acht Zügen, die den Wittener Bahnhof ansteuern, sechs aus.

Ein bisschen mehr Glück als Markus Porath mit der Wartezeit hat Patrycja Daniek. Gerade einmal 20 Minuten wartet sie nun auf ihren Zug und hofft auf das Verständnis von ihrem Chef. „Ich habe ein gutes Buch dabei. Da fällt mir das warten nicht so schwer“, grinst Patrycja Daniek.

Als die S5 um kurz nach elf Uhr eintrifft, stürmt Rainer Passera aus seinem Zugabteil. „Ich habe wirklich viel Verständnis gezeigt, aber irgendwann reicht es“, regt er sich auf.

Mit dem Bus fuhr Rainer Passera morgens in Hohenlimburg los. In Wetter kam es dann noch zu einem Unfall mit einem LKW. „Gottseidank wurde ich nicht verletzt, aber zeitlich gesehen bin ich jetzt sehr spät dran“, ärgert er sich über die unglücklichen Umstände.

Noch unglücklicher lief es für fünf Berufsschüler, die für den Weg von Oberhausen nach Witten fast vier Stunden brauchten - statt um 7.20 Uhr fuhr ihr Zug um 9.30 in den Wittener Bahnhof ein. Es war ein privater, sonst wären die Fünf wohl auch nicht zur großen Pause gekommen.