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Lotsen zeigen Migranten den Weg

WITTEN Mit 25 ehrenamtlich Aktiven startet im November offiziell der Integrationslotsendienst. Besucher der Intergrationsmesse erfuhren Sonntag in der WerkStadt Einzelheiten.

von Von Christian Lukas

, 15.10.2007
Lotsen zeigen Migranten den Weg

Michelle Lebang gehört zu den Lotsen.

  "Seit wir an die Öffentlichkeit getreten sind, sind die Reaktionen sehr gut. Aber wir können noch immer ehrenamtliche Helfer gebrauchen, die ihre Fähigkeiten einbringen", erklärt Stephanie Rohde von der Caritas, die das Projekt koordinierend betreut.

Integrationslotsen sollen Migranten, die erst kurze Zeit in Deutschland leben, helfen, sich zurecht zu finden. Dazu kann der Behördengang zählen, aber auch der Besuchsdienst im Krankenhaus, die Vermittlung von Kontakten zu Sportvereinen und vieles mehr.

Michelle Lebang gehört zu den Lotsen der ersten Stunde

Zu den Integrationslotsen der ersten Stunde gehört Michelle Lebang. "Ich erinnere mich gut an meine ersten Behördengänge", erzählt die junge Frau, die der Liebe wegen aus Simbabwe nach Deutschland kam. "Das wirkte auf mich seinerzeit alles sehr bedrohlich."

Ihre Erfahrungen möchte sie weitergeben. "Afrikanische Frauen sind oft sehr zurückhaltend, sie wurden so erzogen. Wenn sie nun mit deutschen Behörden konfrontiert werden, denken sie oft: Das schaffe ich nicht! Da möchte ich gegenwirken."

Neben ihrer Lotsenarbeit will sie eine Art Afrikaner-Stammtisch ins Leben rufen, um von weiteren Problemen zu erfahren, und um sie vor allem zu lösen.

Nicht Fremdsprachen sind wichtig, sondern Engagement

Beim Fest 113 gelang es den Organisatoren, manch einen Besucher für das Projekt zu interessieren: "Fälschlicherweise gehen viele davon aus, dass ein Lotse selbst einen Migrationshintergrund haben oder verschiedene Sprachen beherrschen sollte", hat Stephanie Rohde beobachtet. "Das stimmt nicht. Wichtig ist das Engagement. Wir schulen die Lotsen, wir geben ihnen das Rüstzeug."

Das bestätigt auch Michelle Lebang. "Integration scheitert oft an einem fehlenden Anknüpfungspunkt, manchmal ist es einfach nur eine Hand, die fehlt, ein Mensch, der sagt 'Das schaffen wir'. Wenn es aber diesen Menschen gibt, dann schaffen wir das auch dann, wenn wir verschiedene Sprachen sprechen. Wo ein Wille ist, da ist schließlich auch ein Weg."

 

Im Lotsenprojekt sind engagiert: VHS, QuaBeD, Religions for Peace, die Freiwilligenagentur (Fokus), der Jugend-Migrations-Dienst der AWo. Caritas und die Stadt Witten verantworten das Projekt.