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12 Wochen alter Hund ist nun im Lüner Hospiz-Team

Verbreitet Lebensfreude

Nur zwölf Wochen ist der neueste Mitarbeiter des Lüner Hospizes am Wallgang alt. Er heißt Amano und ist ein Hunde-Baby. Die Gäste haben den kleinen Begleiter schon lieb gewonnen, er lässt sie für einen Moment die Schmerzen vergessen. Für diese Aufgabe hat Amano eine besondere Ausbildung bekommen.

LÜNEN

, 18.10.2017

Amano ist ein Baby, gerade zwölf Wochen alt. Im Hospiz fliegen ihm die Herzen zu. Auch das von Ernst August Pfeiffer: „Es ist schön mit ihm“, sagt Pfeiffer und streichelt das weiche Fell.

Amano ist seit zwei Wochen „im Dienst“ – dank Unterstützung der Hospizleitung. Mitarbeiterin Sonja Schlaak hatte die Idee dazu. Sie selbst hat zwei Katzen, einen anderen Hund und jetzt eben Amano. „Es ist einfach schön mit Tieren“, sagt sie und will dieses Erlebnis auch den Menschen ermöglichen, die auf dem letzten Weg ihres Lebens sind.

An Kontakt gewöhnt

Dazu suchte sie eigens eine Rasse, die gut für diese Arbeit geeignet ist. Sie stieß auf den Havaneser. Er haart nicht, ist für Allergiker geeignet, bellt kaum, und ist sanftmütig. Die Züchterin hat Amano schon nach der Geburt auf seine Aufgabe vorbereitet: Der kleine Hund wurde viel auf den Arm genommen und gestreichelt – ist also an den nahen Kontakt gewöhnt. Hospiz-Gast Horst Krug sitzt im Rollstuhl. Sonja Schlaak setzt Amano auf seinen Schoß. „Ein super Tier“, sagt Krug und krault ihn.

Wenn Gäste es mögen, darf Amano mit aufs Zimmer und sogar ins Bett. „Dann sind für einige Minuten mal alle Sorgen und Schmerzen vergessen“, freut sich Sonja Schlaak. Allerdings gibt es auch klare Grenzen: Es wird akzeptiert, dass ein Gast nichts mit Amano zu tun haben möchte. Außerdem darf der Vierbeiner nicht in die Küche und nicht bei Tisch betteln. „Ich muss fast aufpassen, dass er nicht zu sehr verwöhnt wird“, lacht Sonja Schlaak.

Maria Bruse-McGonagle ist ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospiz. „Ich erlebe, dass sich alle freuen, wenn der kleine Süße da ist.“ Auch Lidia Mauerhöfer, Praktikantin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, sagt: „Alle fangen an zu strahlen.“

"Gut angekommen"

Für Hospizleiter Sebastian Roth ist der Hund „ein Baustein in einem unserem Konzept, der uns noch gefehlt hat.“ Vor einem Jahr, am 17. Oktober, sind die ersten Gäste in die neue Einrichtung an der Holtgrevenstraße gezogen. Seitdem kommt eine Musiktherapeutin einmal im Monat, es gibt enge Verbindungen zur Herz-Jesu-Gemeinde nebenan.

Gemeinsam wurde Pfarrfest gefeiert, zu St. Martin kamen die Kita-Kinder, die Sternsinger waren im Hospiz und es gab zu Weihnachten ein Krippenspiel. Die Firmlinge von Herz Jesu haben sich angekündigt, um in der Adventszeit mit den Gästen zu backen. „Wir sind in der Stadt gut angekommen“, sagt Roth.

Auf Spenden angewiesen

Heute gestalten die Mitarbeiter gemeinsam mit Seelsorger Hartmut Gluche den vierten Gottesdienst in Gedenken an Verstorbene. Dazu sind Angehörige und Freunde willkommen. Eine Veranstaltung, die für das Abschiednehmen eine besondere Bedeutung hat.

Demnächst soll ein Freundeskreis Hospiz gegründet werden. „Wir wollen uns noch mehr in der Öffentlichkeit bekannt machen“, kündigt Roth an. Das Hospiz ist auf Spenden angewiesen. 95 Prozent der Kosten werden gedeckt, doch 5 Prozent müssen vom Hospiz selbst aufgebracht werden.

162 Gäste versorgt
- Im Hospiz werden unheilbar kranke Menschen versorgt, die sterben werden. Das Hospiz am Wallgang hat am 5. Oktober 2016 eröffnet. Am 17. Oktober sind die ersten Gäste eingezogen.
- 162 Gäste sind dort bisher versorgt worden.
- Sie bleiben im Durchschnitt 19 Tage. Einige Gäste waren nur drei Stunden im Hospiz, eine war fast das ganze Jahr dort.
- Das Hospiz hat zwölf Plätze. Die Gäste werden von 15 Mitarbeitern, dazu zählen auch Hauswirtschaft und Hausmeister, versorgt.