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Acht Lüner Jugendliche nach Gewaltausbruch vor Gericht

Überfall im Sommer im Seepark Horstmar

Schläge, Tritte, Pfefferspray: Rund ein Jahr nach dem brutalen Raubüberfall im Seepark Horstmar Ende August 2017 müssen sich acht Lüner Jugendliche im September vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Lünen

, 14.06.2018
Acht Lüner Jugendliche nach Gewaltausbruch vor Gericht

Ungefähr in diesem Bereich im Seepark, haben die acht angeklagten Lüner Jugendlichen brutal auf ihre Opfer eingeschlagen. © Peter Fiedler

Nach dem brutalen Raubüberfall im Seepark Horstmar im August 2017 hat die Staatsanwaltschaft Dortmund Anklage gegen acht Lüner Jugendliche erhoben. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion sagte, seien die Beschuldigten angeklagt wegen schwerer räuberischer Erpressung in zwei Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Für den Prozess vor dem Lüner Jugendschöffengericht sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Die Hauptverhandlung findet am 4. September statt, der zweite Verhandlungstag im Gericht – inklusive Urteilsspruch – voraussichtlich am 6. September dieses Jahres.

Geld und Zigaretten im Seepark gefordert

Im Gespräch mit unserer Zeitung präzisierte der Sprecher der Staatsanwaltschaft frühere Angaben. Danach handelt es sich bei den mutmaßlichen Tätern um einen 16-Jährigen, fünf 17-Jährige, darunter ein Zwillingspaar, und zwei 18- Jährige. Laut Anklageschrift, die in zwei Teile gegliedert ist, sollen die Angeklagten am Abend des 26. August vergangenen Jahres zunächst auf eine vierköpfige Gruppe im Seepark zugegangen sein mit der Forderung, ihnen Geld und Zigaretten auszuhändigen.

Als diese sich weigerten, habe einer der Angeklagten Anlauf genommen und sei auf eine Person aus der Vierer-Gruppe gesprungen, die daraufhin zu Boden stürzte. Bei dem Opfer handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 20-jährigen Paderborner.

Gewaltausbruch gegen jungen Mann

Obwohl der junge Mann nach dem Tritt am Boden lag, haben die Angeklagten, so der Vorwurf, brutal auf ihn eingetreten und mehrfach gegen seinen Kopf geschlagen. Außerdem sprühten sie ihrem wehrlosen Opfer Pfefferspray ins Gesicht. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter sagte, habe einer der Angeklagten mitbekommen, dass ein Passant den Überfall beobachtete und Anstalten machte, mit dem Handy die Polizei zu rufen.

Daraufhin hätte die Tätergruppe von ihrem Opfer abgelassen und den Zeugen ins Visier genommen, einen 27-jährigen Radfahrer aus Bergkamen. Der, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter, habe noch versucht, mit dem Rad zu flüchten, was ihm aber nicht gelang.

Mehrere Operationen

Die angeklagten Jugendlichen hätten den Mann regelrecht vom Fahrrad getreten und wie schon im ersten Fall auf das am Boden liegende Opfer brutal eingetreten. Bis auf einen der acht Jugendlichen. Der hatte laut Staatsanwaltschaft versucht, die anderen davon abzuhalten. Was nicht gelang.

Der Bergkamener erlitt unter anderem einen offenen Bruch eines Unterarms. Das Opfer hat wegen der schweren Verletzungen mehrere Tage im Krankenhaus gelegen, wo er auch operiert wurde. Weitere Operationen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus folgten. Nach früheren Angaben der Polizei wird das Opfer bleibende Schäden davontragen.

Neue Sicherheitsfirma

Das Ganze geschah, obwohl der von der Stadt beauftragte Paderborner Sicherheitsdienst Adler mit fünf Mitarbeitern vor Ort war. Die wollen aber von den Gewaltausbrüchen nichts mitbekommen haben. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt den Ende 2017 auslaufenden Vertrag nicht verlängert und eine neue Sicherheitsfirma engagiert, die im Seepark für Ruhe und Ordnung sorgen soll.

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