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Amok-Drohung: "Kollwitz" bleibt geschlossen

LÜNEN-SÜD Vor zwei Wochen wurde auf einer Toilette der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Lünen-Süd eine mit einem Edding-Stift geschriebene Amok-Drohung für Montag, 17.12., entdeckt. Wegen hysterischer Reaktionen und ca. 40 bis 50 Anrufen besorgter Eltern hat sich die Schulleitung entschlossen, den Unterricht am Montag ausfallen zu lassen.

von Von Ludwig Overmann

, 15.12.2007
Amok-Drohung: "Kollwitz" bleibt geschlossen

Die Kollwitz-Gesamtschule bleibt Montag geschlossen.

Das teilt Direktor Bernd Spelsberg auf Anfrage der Ruhr Nachrichten mit. „Das Thema ging wie ein Lauffeuer durch ganz Lünen“, ist die Erfahrung des Pädagogen. Wenn 12-Jährige fragen, wie sie sich am Montag rüsten müssen, um sich zu verteidigen oder jüngere Schüler einen Überfall spielen, zeuge dies von einer gehörigen Portion Hysterie.

Polizei stellt zwei Beamte

Auch die Sicherheitslage für diesen Tag sei außerordentlich dünn: Die Polizei habe zwei Beamte in Aussicht gestellt; es gebe sieben oder acht Türen, die nicht zu verschließen seien und niemand könne gefunden werden, der bereit sei aufzupassen. Darüber hinaus deuteten die Reaktionen der vergangenen Tage darauf hin, dass die Lehrer vor halb vollen Klassen unterrichten würden. All dies habe zu der Entscheidung geführt, die Schule am Montag zu zu lassen – geschehen in Absprache mit der Schulpflegschaft und der Schulverwaltung. Dabei ist sich Spelsberg bewusst, dass es eine von nur möglichen schlechten Lösungen ist.

Ausgefallener Tag wird nachgeholt

„Auf jeden Fall wird der ausgefallene Schultag nachgeholt“, stellt der Schulleiter seinen Schützlingen in Aussicht. Die Eltern werden schriftlich informiert. In sieben Sitzungen wurde die Schülerschaft eindringlich darauf hingewiesen, welche Folgen eine derartige Drohung habe. Am Donnerstag hatte auch die Kollwitz-Gesamtschule einen Termin in Unna, wo Lehrer die Handreichung des Ministeriums für den Ernstfall entgegennahm und sich in einer eineinhalbstündige Schulung in die Notfallpläne einweisen ließen. Bernd Spelsberg hat sich bei der Schulaufsicht in Arnsberg informiert, wo man den Ball zurück spielte mit dem Tenor, man solle vor Ort entscheiden.

Trittbrettfahrern droht Strafe

„Wir nehmen den Vorgang und die Hinweise ernst, ermitteln in allen Richtungen, haben jedoch keinen konkreten Verdacht“, sagte gestern auf Anfrage Peter Schulz von der Pressestelle im Polizeipräsidium Dortmund. Er wies auf die Erfahrung der Polizei mit vielen Trittbrettfahrern hin und macht deutlich, dass nach Paragraph 126 des Strafgesetzbuches die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft wird.

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