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An der Treppe ist der Spaziergang vorbei

Schüler-Selbstversuch

Treppensteigen, Einkauf im Supermarkt, einen Hügel in der Fußgängerzone überwinden: Wie Rollstuhlfahrer diese Hindernisse im Alltag erleben, das haben Schüler der Heinrich-Bußmann-Schule am Dienstag im Selbstversuch getestet.

LÜNEN

von Von Jessica Bader

, 05.06.2012
An der Treppe ist der Spaziergang vorbei

An der Treppe zur Stadtkirche St. Georg war der Rollstuhl-Versuchsfahrer auf Hilfe angewiesen. Gut, dass diese Treppenlage im Zuge der Sanierung der Fußgängerzone verschwindet.

Im Supermarkt gab es einen barrierefreien Zugang, im Bekleidungsgeschäft haben sich die Jungs mit dem Rollstuhl auch gut zurecht gefunden.

Nur die Treppe vor der Stadtkirche St. Georg kann Michael Burczyk mit dem Rollstuhl nicht allein überwinden. Seine Mitschüler müssen helfen. Einer packt vorne an, einer hinten, gemeinsam tragen sie Michael die fünf Stufen runter.  Keiner der Jungs der achten Klasse der Heinrich-Bußmann-Schule ist wirklich auf den Rollstuhl angewiesen. Für sie geht es am Dienstag in der Innenstadt darum, am eigenen Körper die Probleme von Rollstuhlfahrern nachzuvollziehen. Dahinter steht auch die Frage, wie die Schüler im wirklichen Leben helfen können, erklärt Lehrer Thorsten Thiemann.  

Die Idee entstand in der Unterrichtseinheit über Zivilcourage. Da seien die Schüler schnell darauf gekommen, dass Zivilcourage für sie auch Hilfe für ältere oder behinderte Menschen bedeutet, sagt Thiemann. Nach einem Selbstversuch im Rollstuhl im Schulgebäude haben die Schüler am Dienstag vier Schulstunden lang in der Innenstadt ausprobiert, vor welchen Herausforderungen Menschen im Rollstuhl täglich stehen.  Am Ende waren die Schüler froh, dass sie einfach aufstehen können, wenn sie wollen. Nach dem Selbstversuch könnten sie sich jetzt aber gut in die Lage der Rollstuhlfahrer versetzen, sagt Kamber Ünsal, und sie wissen, wie und wo sie helfen können.

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