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Angeklagter (51) erklärt mit der Waffe in der Hand, was bei dem Überfall geschah

Prozess um Unternehmermord

Im Prozess um den Mord an einem Hagener Unternehmer ist das Urteil überraschend verschoben wurde. Dafür durfte einer der Angeklagten noch einmal eine Waffe in der Hand halten.

Lünen

, 04.09.2018

Es war schon ein ungewöhnliches Bild, das sich den Zuschauern am Montagnachmittag im Hagener Landgericht bot. Der Hauptangeklagte, ein 51-jähriger Mann aus Lünen, stand vorne am Richtertisch – mit einem Revolver in der Hand. Später hielt er die Waffe sogar hoch in die Luft und demonstrierte, war damals, vor knapp zwölf Jahren, passiert ist.

Strittige Szene nachgestellt

Der 51-Jährige spielte nach, wie er dem Hagener Unternehmer im Gerangel mit dem Griff des Revolvers auf den Kopf geschlagen haben will und sich dabei ein erster Schuss gelöst habe. „Ich habe genau gesehen, wie der Schuss losging – direkt in eine Ecke unter der Decke“, sagte er den Richtern. Später habe sich im Kampf dann noch ein weiterer Schuss gelöst. Auch aus Versehen. Der war dann allerdings tödlich.

Revolver in der Aktentasche

Den Revolver, den der Angeklagte im Gerichtssaal in der Hand hielt, hatte ein Beamter des Landeskriminalamts mitgebracht. Die Originalwaffe ist nie aufgetaucht. Insgesamt hatte der Kriminaltechniker der Polizei sogar zwei Waffen dabei. Beide selbstverständlich ungeladen. Sie waren in einer abgeschlossenen Aktentasche verstaut, die erst im Gerichtsaal geöffnet wurde.

Angeklagter (51) erklärt mit der Waffe in der Hand, was bei dem Überfall geschah

Das Foto zeigt den Hauptangeklagten aus Lünen am Prozesstag am 3. September neben seiner Verteidigerin Ina Klimke. © Foto Hartwich

Die Frage, die die Richter vor allem interessierte: Wie viel Kraft muss aufgewendet werden, um mit einem Revolver – quasi unabsichtlich – zu schießen? „Nicht viel“, sagte Verteidigerin Ina Klimpke später. „Ich war überrascht, wie leicht es war, den Abzug zu betätigen.“

Genau wie Richter, Mitverteidiger und Staatsanwalt hatte jeder die beiden Waffen während des Prozesses ausprobieren dürfen. Immer wieder war vorne am Richtertisch das Klick-Geräusch zu hören, wenn der Abzug getätigt wurde.

Angeklagter hat Geständnis abgelegt

Der Lüner Angeklagte gehörte eigentlich nicht zu dieser Runde. Bis ihn Richter Marcus Teich aufforderte, den Revolver ebenfalls in die Hand zu nehmen und vorzumachen, wie er ihn damals gehalten habe und was dann passiert sei.

Wie berichtet hat der 51-Jährige inzwischen gestanden, den Hagener Unternehmer überfallen, erschossen und ausgeraubt zu haben. Nach seiner Schilderung hatten sich die beiden Schüsse während eines Gerangels gelöst.

Der zweite Angeklagte will sich nun doch erst am 11. September äußern. Auf diesen Tag wurden nun auch die Plädoyers und die Urteilsverkündung verschoben.

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