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Angst um die Familie in Pakistan

Flutkatastrophe

Mustafa Baig ist in großer Sorge. Seine ganze Familie lebt in Pakistan, die Tante hat durch die Jahrhundertflut ihr Lehmhaus verloren. „Das nahm das Wasser einfach mit“, berichtet er.

LÜNEN

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 20.08.2010
Angst um die Familie in Pakistan

Ashfag Mahmood, Usman Latif, Restaurantbesitzer Mustafa Baig, Kasif Raza und Sonja Raza mit Tochter Zainab (v.l.) im pakistanischen Restaurant "Moghul" in Lünen-Brambauer am Laptop Nachrichten aus den Flutgebieten. Mustafa Baig, dessen Verwandte selber betroffen sind, sammelt Geld für die Opfer

Der 38-Jährige führt in Brambauer das Restaurant „Moghul“, das in der Wittekindstraße 26 seinen Gästen indische und pakistanische Spezialitäten anbietet. Über Handy hält er Kontakt in die Heimat. „Es ist wirklich dramatisch“, schildert er. „Täglich sterben Tausende von Menschen, davon hört man hier gar nichts.“ Pakistani im Ruhrgebiet, aber auch aus England, Belgien und Holland teilen sich die neusten Nachrichten mit. „Als hier noch nichts von der Katastrophe bekannt war, wussten wir schon Bescheid“, berichtet Baig.

Er selbst kam seinerzeit zum Studium nach Deutschland und blieb. Er hat eine deutsche Frau, zwei Kinder (17 und 8) und lebt in Hamm. Seine Familie ist in Punjab, Baig stammt aus Lahore, wie sein Mitarbeiter Ashfaq Mahmood. Diese Stadt blieb von den Wassermassen verschont, „doch wir sorgen uns um alle. Sie sind unsere Brüder“, sagt Mahmood.

Jetzt muss dringend Hilfe in die Krisenregion. Mustafa Baig (38) berichtet von zerstörter Infrastruktur und explodierenden Lebensmittelpreisen. Ein Kilogramm Mehl kostet über einen Euro.Die Menschen brauchen alles: Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin und Zelte. Er sammelt Spenden. Sein Bruder ist in der Krisenregion mit einem Lastwagen unterwegs. Erst brachte er Decken, jetzt Lebensmittel. Doch die Wege sind überwiegend abgeschnitten. Mustafa Baig hat 600 Euro gespendet und Geld gesammelt. Dass in Deutschland die Spendenbereitschaft verhalten ist, weil viele glauben, das Geld käme nicht bei den Hilfsbedürftigen an, kann er verstehen. „Aber es gibt ja auch deutsche Hilfsorganisationen“, sagt er. Außerdem müsse es nicht Geld sein, auch Sachspenden seien nötig. „Jede Flasche Wasser hilft“, sagt er.

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