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Anti-Mobbing-Projekt hat Blick für das Problem geschärft

Bilanz nach zwei Jahren

Das Lüner Anti-Mobbing-Projekt ist abgeschlossen. Zwei Jahre stand das Thema besonders im Fokus. Nun zogen die Beteiligten ihr Fazit.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 04.11.2018
Anti-Mobbing-Projekt hat Blick für das Problem geschärft

Viele Institutionen haben am Lüner Anti-Mobbing-Projekt unter Schirmherrschaft von Horst Müller-Baß (2.v.l.) teilgenommen. Vertreter übergaben unter anderem Heinrich Kröger (r.), Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, ein Exemplar der Broschüre für Lehrkräfte. © Foto: Julian Beimdiecke

Insgesamt herrschte Zufriedenheit, als zum Abschluss des Lüner Anti-Mobbing-Projekts am Mittwoch im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Vertreter von fast allen der elf beteiligten Institutionen zusammensaßen, um die letzten zwei Jahre zu bewerten. Im Zeitraum des Projekts habe man viel für die Arbeit im Umgang mit Mobbing erreichen und bewegen können, so die einhellige Meinung.

Zurückblicken konnten die Organisatoren auf zahlreiche einzelne Aktionen, denn das Projekt umfasste 30 verschiedene Angebote: von Fortbildungen, Beratungs- und Informationsveranstaltungen über Theater-, Film- und sonstige Kreativprojekte bis hin zu Plakatkampagnen. Jugendliche lernten, wurden kreativ und reflektierten – alles unter dem großen Thema „Mobbing“. Unter anderem das Thema Cybermobbing nahm dabei eine große Rolle ein. Nach Einschätzung der Organisatoren kamen rund 1160 Jugendliche mit dem Projekt direkt in Kontakt. Die Flyer und Infos bekamen rund 5800 Jugendliche an die Hand.

Breites Netzwerk

„Dass wir so viele Jugendliche erreichen konnten, hängt vor allen Dingen damit zusammen, dass wir ein breites Netzwerk aus verschiedenen Institutionen aufbauen konnten“, sagte Schuldezernent Horst Müller-Baß, der der Schirmherr des Projekts war. Dieses Netzwerk bestand aus städtischen, dem Kreis zugeordneten und anderweitigen Organisationen. Unter anderem waren die Streetworker, die Schulpsychologische Beratungsstelle des Kreises und der erzieherische Kinder- und Jugendschutz der Stadt dabei.

Was bei dem Projekt aber auch klar wurde: Mobbing ist kein Thema, das nur Jugendliche betrifft. „Es spielen viele Faktoren eine Rolle, letztendlich müssen die Blicke von allen Beteiligten für das Thema geschärft werden“, erklärte Ellen Pilzecker vom Kinder- und Jugendschutz der Stadt. Genau deswegen legten die Organisatoren auch Wert darauf, dass es auch für Eltern und Lehrkräfte die passenden Angebote gab. Insgesamt wurden so 260 Eltern direkt und 2000 indirekt angesprochen.

Für Lehrkräfte erstellten die Organisatoren extra eine Broschüre, welche zum Abschluss des Projekts stellvertretend an Heinrich Kröger, Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums (FSG), und Britta Mertens, Lehrerin und Anti-Mobbing-Beauftragte des FSG, übergeben wurde. „Gerade Lehrkräfte bekommen viel Mobbing mit und kommen in die Situation, eingreifen zu müssen“, erklärte dazu Stefanie Lippelt von der Schulpsychologischen Beratungsstelle für den Kreis Unna. Durch die Broschüre sollen Lehrkräfte dann im Falle eines Falles schnell und ohne viel Aufwand an Informationen und Hilfe kommen können. Alle Lehrkräfte der Stadt sollen diese Broschüre erhalten.

Das Thema bleibt

Mit Ende des Projekts geben sich die Organisatoren nun aber nicht der Utopie hin, dass das Thema Mobbing bald in Lünen keins mehr ist. „Heute ziehen wir einen Schlussstrich unter das Projekt – nicht unter das Thema allgemein“, sagte auch Müller-Baß. Die Ergebnisse des Projekts sollen daher auch nachhaltig wirken: Informationen rund um das Thema Mobbing können jederzeit neu angefordert werden, genauso die einzelnen Projekt-Ergebnisse, zum Beispiel auch Filme.

Beratungs- und Informationsangebote soll es ebenfalls weiterhin für Schüler, Eltern und Lehrer geben – auch im Rahmen von Veranstaltungen wie dem Jugendaktionstag.

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