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Bei Drogenverdacht lässt die Polizei jetzt pinkeln

Test am Straßenrand

Hat die Polizei den Verdacht, dass ein Autofahrer Drogen genommen hat und trotzdem Auto fährt, soll bei einer Kontrolle neuerdings die Hosen runterlassen. Unter der diskreten Aufsicht der Einsatzkräfte soll er an Ort und Stelle eine Urinprobe abgeben.

LÜNEN

von Von Peter Bandermann

, 18.06.2012

Schon vor Monaten hat die Urinprobe den Schweiß- und Speicheltest abgelöst, der im Verdachtsfall den Drogenkonsum nachgewiesen hat. Allerdings dauerte die Analyse von Schweiß oder Speichel 20 Minuten. Bei der neuen Pipi-Probe reagiert die Chemie schneller: Schon nach zwei Minuten kann die Polizei erkennen, ob der Bürger Marihuana geraucht oder Aufputschmittel geschluckt hat.Bürger stimmen zu

"Die meisten Bürger stimmen dem Urintest an Ort und Stelle zu", so die Polizei Dortmund und Lünen.  Fällt der Test positiv aus, sind die Folgen negativ: Dann ist, auch gegen den Willen des mutmaßlichen Drogenkonsumenten, auf der Wache eine Blutprobe fällig, die selbst nachts ein Richter oder Staatsanwalt anordnen muss. Es sei denn, der Ertappte willigt ein. Auch wenn das Ermittlungsverfahren wie beim Alkoholtest juristisch sauber ist, stellen sich Fragen:

  • Ist der Bürger verpflichtet, an Ort und Stelle seinen Urin- Schnelltest abzugeben?
  • Muss er sich beobachten lassen, damit eine Manipulation ausgeschlossen werden kann?

Polizeisprecher Kim Ben Freigang: "Der Vortest soll den Verdacht an Ort und Stelle erhärten oder verwerfen und erfolgt freiwillig. Der Bürger kann das ablehnen. Er kann sein Einverständnis für die Blutentnahme auf der Wache erklären, falls er den Drogenkonsum einräumt. Dann kann die Polizei auf den Vortest verzichten."

Intimsphäre wird gewahrt Das "Wasserlassen" beobachtet die Polizei aus der Distanz, so dass die Intimsphäre nicht verletzt werde, versichert die Polizei. Selbstverständlich achte man dabei auf die Konstellation Mann/Mann oder Frau/Frau. Zur Not werde eine nahe gelegene Toilette aufgesucht.

Drogen am Steuer
Drogen haben, wie auch Alkohol, deutlichen Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit von Verkehrsteilnehmern. Ebenso können sie den Gemütszustand negativ beeinflussen und Aggressionen auslösen. Wer so hinterm Steuer sitzt, begeht eine Straftat, sobald Ausfallerscheinungen nachweisbar sind.

 

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