Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Cosplay hat nichts mit Karneval zu tun

Fragen und Antworten

Cosplay ist ein Hobby, das immer mehr kreative Menschen für sich entdecken. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff? Das erklären wir in Fragen und Antworten.

Lünen

, 30.07.2018
Cosplay hat nichts mit Karneval zu tun

Die Lüner Cosplayerin Darija Becovic als Dan Wilds aus "The Foxhole Court". © Jannike Sosnitza

Was versteht man unter Cosplay?

Cosplay ist ein japanischer Verkleidungstrend, der in den 1990er Jahren mit dem Manga- und Animeboom auch in die USA und nach Europa kam. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur - egal ob aus Manga, Comic, Film oder Videospiel - durch Kostüm, Maske, Accessoires und Verhalten möglichst nah am Original dar. Auch freie Interpretationen und Darstellungen des jeweils anderen Geschlechts sind bei diesem Rollenspiel möglich. Beim Cosplay dreht sich alles um das Nähen und Basteln des möglichst originalgetreuen und detailgenauen Kostüms.

Wer entscheidet sich für dieses Hobby?

Die meisten Cosplayer sind zwischen 15 und 35 Jahren alt. Aus Besucherzahlen von Conventions lässt sich ableiten, dass in Deutschland mindestens 5000 Cosplayer das Hobby aktiv betreiben. Andere Quellen sprechen von 15.000 Cosplayern, die das Hobby länger betreiben.

Hat Cosplay etwas mit Karneval zu tun?

Nein. Sich beim Karneval zu verkleiden, ist kein Cosplay, da man sich nicht als ein ganz spezieller Charakter verkleidet sondern eben als ein Clown, ein Cowboy oder eine Prinzessin.

Woher kommt Cosplay eigentlich?

Cosplay wurde in den 1980er Jahren in den USA erfunden. Es waren Besucher der dortigen Science Fictions-Conventions, die im Kostüm der Charaktere erschienen, die ihnen besonders gefielen. Der Begriff Cosplay wurde jedoch in Japan geprägt. Cosplay ist ein weltweites Phänomen. In Europa haben neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien und Italien eine große Cosplay-Szene mit besonderen Conventions. Hochburgen sind weltweit die USA und Ostasien.

Wie sind die Cosplay-Regeln in Japan, dem Mutterland der Mangas?

Es gibt sehr viel strengere Regeln. In Japan ist es schwieriger als in Europa und den USA Cosplay auf der Straße zu tragen. An vielen Orten ist es sogar ungern gesehen. Nur für Werbezwecke ist Cosplay normal, sonst eher ungewöhnlich. Viele japanische Cosplayer tragen Masken, um nicht erkannt zu werden.

Seit wann gibt es Cosplay in Deutschland?

In größerem Umfang gibt es Cosplay in Deutschland seit Ende der 1990er Jahre. Nach der Jahrtausendwende wurde das Hobby immer beliebter vor allem durch die Conventions, auf denen sich vor allem Manga- und Animefans getroffen haben.

Wo präsentiert man sein Cosplay?

Getragen werden die fantasievollen Kostüme hauptsächlich zu sogenannten Conventions und bei Fotoshootings. Große Treffen in Deutschland sind beispielsweise die Manga Comic Convention auf der Leipziger Buchmesse, die AnimagiC in Bonn und die Connichi in Kassel. Auch in Düsseldorf und Stuttgart gibt es große Treffen für Cosplayer.

Wo gibt es Wettbewerbe?

2007 wurde die Deutsche Cosplay-Meisterschaft bei der Frankfurter Buchmesse etabliert. Dafür gibt es verschiedene Vorentscheide, unter anderem in Düsseldorf. Auf der Convention Connichi qualifiziert sich der Gewinner in Frankfurt dann für die inoffizielle Cosplay Weltmeisterschaft, dem World Cosplay Summit in Japan. Das ist auch der einzige internationale Wettbewerb, in dem Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern gegeneinander antreten.