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"Die Dimensionen in den USA sind ganz andere"

Lüner in den USA: Knut Böhmer

Vor einem Jahr sind Knut Böhmer und seine Frau nach Chicago ausgewandert, um dort an der Universität zu arbeiten. Im Interview erzählt der Lüner, welche Unterschiede er zwischen den USA und Deutschland entdeckt hat, ob er einen Kulturschock erlitten hat und ob er auf Dauer in den Staaten bleiben würde.

LÜNEN

, 12.10.2016

Wann und warum sind Sie in die USA ausgewandert? In die USA sind meine Frau und ich am 24. August 2015 ausgewandert. Grund war eine Professorenstelle für Altorientalistik (Assistant Professor of Assyriology), die meine Frau an der University of Chicago angenommen hat.

Wo leben Sie mittlerweile und welchen Beruf üben Sie in den Staaten aus? Wir leben in Hyde Park, einem Stadtteil im Süden Chicagos, in dem auch die University of Chicago angesiedelt ist. Ich hatte etwas Glück und arbeite am gleichen Institut wie meine Frau, allerdings als IT Support Specialist, also quasi ‚Mann für alles Technische‘.

Wollen Sie auf Dauer „drüben“ bleiben? Das wird sich in ein paar Jahren herausstellen – die Professorenstelle meiner Frau ist eine sogenannte ‚Tenure Track Position‘, eine Art Professorenstuhl auf Probe. Im Dezember 2018 wird ein Komitee entscheiden, ob diese Stelle in eine Lebenszeitstelle umgewandelt wird. Ist dies der Fall, so werden wir vermutlich hier bleiben. Wenn nicht geht es weiter, wohin auch immer.

Haben Sie die Entscheidung, auszuwandern, jemals bereut? Überraschenderweise haben wir im vergangenen Jahr keinen wirklichen Kulturschock erlebt. Einige Dinge laufen etwas anders, und man muss sich leicht anpassen, aber vieles ist doch sehr ähnlich wie in Deutschland, gerade auch bei bürokratischen Strukturen.Ihre Eltern und Geschwister sind in Deutschland. Wie oft sind Sie noch in Lünen? Ich bin, naturgemäß, nur noch selten in Deutschland, da die verbundenen Reisekosten doch sehr hoch sind. Für die kommenden Jahre wird es wohl nicht möglich sein, mehr als einmal pro Jahr, vermutlich um die Weihnachtszeit, meine Eltern zu besuchen.

Worin unterscheidet sich das Leben in Lünen für Sie vom Leben in den Staaten? Der Unterschied zwischen Chicago und Lünen ist schwierig zu beantworten – immerhin liegen zehn Jahre zwischen meinem „Auszug“ aus Lünen und dem Umzug hierher, sodass sich mehr als ein paar weitere Umstände geändert haben. Ich würde sagen, dass der größte Unterschied einfach die Dimensionen sind – mit über 2,7 Millionen Einwohnern ist Chicago ja die drittgrößte Stadt der USA, dementsprechend sind vom Transportsystem über die Supermärkte bis hin zur Skyline ziemlich alle Dinge um ein Vielfaches größer. Öffnungszeiten sind sehr viel weitgefasster, Preise für fast alles etwas höher, zumindest wenn man gewisse Standards setzt, gerade bei Nahrungsmitteln.

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