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Die Kältewelle bringt in Lünen Wohnungslose und Ehrenamtliche an ihre Grenzen

Winter in Lünen

Obdachlose trifft die aktuelle Kältewelle besonders hart. Das Deutsche Rote Kreuz versucht als eine von vielen Organisationen, ihnen zu helfen. Jetzt wendet sich der Kreisverband mit einem Aufruf auf Facebook an die Lüner.

Lünen

, 26.02.2018
Die Kältewelle bringt in Lünen Wohnungslose und Ehrenamtliche an ihre Grenzen

Für Menschen ohne Wohnung kann die aktuelle Kältewelle lebensgefährlich sein. Lüner Verbände und Vereine unterstützen die Wohnungslosen in der Stadt mit aller Kraft, doch nicht überall reicht es. © dpa


Bei den Minus-Temperaturen, wie wir sie gerade erleben, hält sich wahrscheinlich niemand gerne draußen auf. Falls man doch mal in die Kälte muss, versucht man, so schnell wie möglich wieder ins Warme zu kommen. Was aber, wenn man keine eigenen vier Wände hat, in denen es warm und heimelig ist?

Für wohnungslose Menschen sind Übernachtungsstellen wie die des Vereins „Dach über dem Kopf“ in Gahmen an Tagen wie diesen überlebenswichtig. Dort können Männer kostenlos die Nacht verbringen. „Im Moment sind wir voll belegt“, sagt der Vereinsvorsitzende Ulrich Klink auf Nachfrage. Zwölf Schlafplätze bietet die Übernachtungsstelle eigentlich, im Moment beherbergt sie sogar 14 Bewohner.

Eigentlich ist die Stadt verantwortlich

Das geht nur, weil manche Bewohner sich ein Zimmer teilen. Bis zu 20 Personen könne man im Extremfall aufnehmen, Klink ist aber optimistisch: „Wir kriegen das schon gewuppt.“

Die Bewohner der Übernachtungsstelle dürfen sich dort allerdings nur zwischen 19 und 9 Uhr aufhalten. Dann können sie zum Beispiel zum Diakonischen Werk am Georg-Kirchplatz gehen, dort gibt es die Möglichkeit, sich tagsüber aufzuhalten. Der Begegnungsraum schließt aber wiederum in der Regel gegen Nachmittag, bis zur Öffnung der Übernachtungsstelle gilt es also noch ein paar Stunden zu überbrücken.

Zeit in der Kälte überbrücken

Christa Stich von der Beratungsstelle für Wohnungslose des Diakonischen Werkes weist darauf hin, dass es eigentlich die Pflicht der Stadt wäre, diese Lücke zu schließen.

Für die zu überbrückende Zeit brauchen Wohnungslose dringend warme Kleidung. Diese erhalten sie in Lünen zum Beispiel vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Die Kleiderkammer des DRK startete am Sonntag auf Facebook einen Aufruf. Sie sucht dringend Winterkleidung und Schlafsäcke, insbesondere für wohnungslose Menschen.

Winterkleidungs-Vorrat wird knapp

„Wir haben in den letzten Wochen viel Winterkleidung rausgegeben“, schildert Matthias Stiller, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, den Hintergrund des Aufrufs. Nachschub komme meistens erst im Frühjahr, wenn die Leute ihre Kleiderschränke ausmisten. „Jetzt wird es eng“, so Stiller. Insbesondere Winterjacken in großen Größen (um sie auch in Schichten tragen zu können) und Schlafsäcke fehlten, durch die Kältewelle werde die Situation noch kritischer.


Vor allem Wohnungslose wenden sich im Moment an die Kleiderkammer, um sich mit warmer Kleidung einzudecken. Oft haben die DRK-Mitarbeiter auch ein paar Jacken dabei, wenn sie unterwegs sind.

Spontane Hilfs-Angebote

So können Sie spontan Leuten helfen, die bei den Minus-Temperaturen dringend warme Kleidung benötigen. Wie viele Lüner dem Aufruf folgen, werde sich am heutigen Dienstag zeigen. Dann öffnet die Kleiderkammer in der Merschstraße 21 und die Ehrenamtlichen können nicht nur Spenden direkt annehmen, sondern auch die Container vor dem Gebäude leeren.

Doch Stiller betont: „Gerade können gar nicht genug Sachen gespendet werden.“

Die DRK-Kleiderkammer sucht dringend Winterjacken, Winterschuhe, Mützen, Handschuhe, warme Hosen und Schlafsäcke. Insbesondere für Männer und in großen Größen. Die Kleiderkammer (Merschstraße 21, „Action“ Parkplatz) hat dienstags und freitags von 10 bis 14.30 und donnerstags von 10 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten können Spenden in dem roten Container vorm Gebäude abgelegt werden. Während der Öffnungszeiten verteilt das DRK in der Kleiderkammer am Dienstag, 27. Februar, Donnerstag, 1. März und Freitag, 2. März Kaffee und Tee an Obdachlose.
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