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Die Sache mit dem Ortsschild

Verkehr in Lünen

Martin S.* ist viel mit dem Auto unterwegs. Dabei regt er sich regelmäßig über „falsch platzierte“ Ortsschilder auf. Zu Recht? Wir haben bei der Stadt nachgefragt.

Lünen

07.09.2018
Die Sache mit dem Ortsschild

Nach Meinung unseres Lesers Martin S. stehen in Lünen viel zu viele Ortschilder in der Gegend herum. © Günter Goldstein

Mit Ortsschildern ist es so eine Sache, zumindest nach Meinung unseres Lesers Martin S*. Der ist überzeugt, dass diese Schilder oft an der falschen Stelle stehen und dadurch eine Schilderflut ausgelöst wird, die Autofahrer Nerven und auch alle anderen Steuerzahler unnötig Geld kostet. Deshalb, und zur Verdeutlichung seines Problems, hat S. unserer Redaktion jüngst einen Brief mit einem Beispiel geschickt. Darin schildert er seine Wahrnehmung und Gedanken, wenn er die nördliche Innenstadt Richtung Selm fährt:

„Ich möchte Ihnen mein Problem mit den Ortsschildern an einem Beispiel aufzeigen, an dem ich jeden Tag mindestens einmal vorbei komme: Das Ortsausgangsschild hier steht direkt hinter der Gaststätte Wienecke auf der linken Seite, auf der rechten Seite steht in gleicher Höhe das Schild maximal 50 Stundenkilometer (km/h). Das ist auch notwendig, denn es besagt die Straßenverkehrsordnung, dass bis zum Ortsausgangsschild maximal 50 km/h gilt, danach ist auf einer Landstraße die Fahrt frei bis maximal 100 km/h. Deshalb folgen bis zur Einmündung noch zwei Schilder mit maximal 50 km/h. Folgerichtig steht auch an der Einmündung zum Brusenkamp wieder ein Ortseingangsschild Lünen, direkt dahinter heißt es dann maximal 30 km/h für Autofahrer.

An den Einmündungen zum Geistwinkel und zur Bergkampstraße stehen dann auch wieder Ortseingangsschilder.

Auf der Borker Straße sind danach kurz 70 km/h erlaubt.

Das macht insgesamt sechs Schilder für die Autofahrer, die sich meines Erachtens aber für keines wirklich interessieren.

Die von mir geschilderte Situation wäre aus meiner Sicht korrekt beschildert, wenn das Ortsausgangsschild auch nur in der Nähe der tatsächlichen Stadtgrenze liegen würde, und die liegt am Siebenpfennigsknapp. Dann wäre alles ordentlich geregelt und die restlichen Schilder könnte man sich sparen – auch die Kosten.

Diese Situation gibt es überall in Lünen zu sehen, manchmal noch viel extremer. Muss das sein?.“

Beginn und Ende einer geschlossenen Ortschaft

Diese Frage hat unsere Redaktion mitsamt des Leserbeispiels an die Stadt Lünen weitergeleitet und folgende Antwort erhalten:

„Nach Auskunft der Fachabteilung zeigen Ortstafeln den Beginn oder das Ende einer geschlossenen Ortschaft (Anlage 1 der Straßenverkehrsordnung) an“, teilte uns die Stadt mit. Weiter hieß es, dass die allgemeinen Verwaltungsvorschriften zu den Verkehrszeichen Folgendes besagen: Nämlich, „dass die Zeichen ohne Rücksicht auf Gemeindegrenze und Straßenbaulast in der Regel dort anzuordnen sind, wo ungeachtet einzelner unbebauter Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße für den ortseinwärts Fahrenden erkennbar beginnt.“

Eine geschlossene Bebauung liegt nach Auskunft der städtischen Fachabteilung immer dann vor, „wenn die anliegenden Grundstücke von der Bebauung erschlossen werden. Ortstafeln dürfen auch auf unbedeutenden Straßen für den allgemeinen Verkehr nicht fehlen. Insofern befindet sich in Lünen an jeder Straße, die den Beginn der geschlossenen Ortschaft zeigt, eine Ortstafel. Rechtsprechungen sagen ebenfalls aus, dass Ortstafeln zu Beginn und am Ende einer Bebauung stehen müssen.“
*Name von der Redaktion geändert.

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