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Dieses Gerät verschafft Herzpatienten lebensrettende Minuten

Neue Technik für Notfälle in Lünen

Wird der Rettungsdienst in Lünen zu einem Notfall mit Herzinfarkt gerufen, zählt jede Minute. Ein neues Gerät der Feuerwehr kann Ärzten und Patienten wertvolle Zeit schenken. Bessere Versorgung in Notfällen – nur durch eine E-Mail.

Lünen

29.03.2018
Dieses Gerät verschafft Herzpatienten lebensrettende Minuten

Tim Kewitz von der Feuerwehr zeigt das Defibrillator-Modul „Corpuls C3 Slim“, das EKG-Daten nicht mehr nur ausdrucken, sondern auch per Mobilnetz als E-Mail versenden kann. © Marie Ahlers


Seit 2008 wird in Lünen bei Einsätzen des Rettungsdienstes der Defibrillator „Corpuls 3“ eingesetzt. Der kann aber nicht nur für Stromstöße zur Wiederbelebung verwendet werden, sondern auch das EKG durchführen und aufzeichnen, also die Herzaktivitäten messen. Insbesondere bei Herzinfarkten ein wichtiges Instrument.

Nun hat die Feuerwehr, die für den Rettungsdienst verantwortlich ist, ein neues Modul für den Corpuls 3 angeschafft. Das Modul „Slim“ bietet unter anderem die Funktion der Telemetrie. Was zunächst klingt wie Technik aus einem Science-Fiction-Film, verschafft Einsatzkräften aber wertvolle Zeit, die Leben retten kann.

Wertvolle Zeit ging verloren

Bisher konnten die Rettungskräfte zwar an der Einsatzstelle oder im Rettungswagen das EKG aufzeichnen, die Ärzte in der Notaufnahme erreichten die Daten aber erst, wenn der Patient ebenfalls im Krankenhaus ankam.

Das hieß, dass auch erst, wenn der Patient vor Ort war, eine eventuell notwendige Herzkatheter-Untersuchung vorbereitet werden konnte.

EKG-Daten per E-Mail versenden

Mit dem „Slim“-Modul haben Notärzte aber nun die Möglichkeit, die EKG-Aufzeichnungen direkt an das Krankenhaus zu schicken. Das Modul ist nämlich mit einer Sim-Karte ausgestattet, die über das Handynetz die Daten per E-Mail versendet.

Da das St.-Marien-Hospital als einziges Krankenhaus in Lünen über ein Herzkatheter-Labor verfügt, wurde die E-Mail-Adresse des Hospitals im Gerätespeicher hinterlegt. Wird nun unterwegs das EKG eines Notfallpatienten gemessen, sendet das Defibrillator-Modul die Aufzeichnungen an das St.-Marien-Krankenhaus, wo Ärzte auf die Daten zugreifen können.

Investition in die Bürger

So können nicht nur Herzkatheter-Untersuchungen schneller eingeleitet werden, Notärzte haben auch die Möglichkeit, sich Zweitmeinungen zu EKG-Bildern durch weitere Ärzte einzuholen.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns ließ sich die Technik der Telemetrie am Donnerstag, 29. März, vom verantwortlichen Arzt Dr. Jens-Martin Kalk und Feuerwehr-Rettungsdienstleiter Tim Kewitz zeigen. „Es geht hier um die Sicherheit der Bürger. Obwohl wir eine verschuldete Stadt sind – das Modul war die Anschaffung wert“, erklärte Kleine-Frauns, warum die Stadt bereit war, 32.000 Euro in das Modul zu investieren.

Telemetrie für alle Rettungskräfte

Der hohe Preis sei aber auch der Grund, warum die Erweiterungen des Corpuls 3 nicht sofort flächendeckend eingeführt werden könnten, fügte Kewitz hinzu. Ziel sei jedoch, bis 2020 alle Rettungswagen in Lünen mit Telemetrie auszustatten.

So könnten sich auch Sanitäter, die Einsätze ohne ärztliche Begleitung ausführen, zeitnah die Meinung von Anästhesisten oder Internisten einholen.

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