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Dieses Verhalten im Straßenverkehr macht Lüner wütend

Verkehrssünden: Das sagt der Bußgeldkatalog

Wir haben bei Facebook gefragt, was die Lüner im Straßenverkehr besonders stört. Die Reaktion war gewaltig. Fußgänger, die auf Handys starren, oder Autofahrer, die ohne Rücksicht Gehwege zuparken: Das macht viele richtig wütend. Das haben wir zum Anlass genommen, um einmal nachzufragen, wie diese „Verkehrssünden“ vor dem Hintergrund des Bußgeldkatalogs zu bewerten sind.

LÜNEN

von Bettina Voß und Vanessa Dunker

, 11.06.2018
Dieses Verhalten im Straßenverkehr macht Lüner wütend

Die Lüner ärgern sich über rüpelhaftes Verhalten im Straßenverkehr. Manches davon kann richtig teuer werden. © dpa

Der Rechtsexperte Wolfgang Büser hat mit uns auf die Beschwerden geschaut und die Vorwürfe mit einem Blick in den Bußgeldkatalog eingeordnet. Alle Angaben beziehen sich auf die Angaben aus dem Bußgeldkatalog 2018. Bei der Betrachtung des Einzelfalles können sich natürlich abweichende Strafen ergeben.

Diese Vergehen ärgern die Lüner besonders:

Zu schnell fahren, besonders an Schulen und Wohnsiedlungen:
Da ist die Bandbreite groß, denn zu schnelles Fahren ist ein breites Feld. Es kann zwischen 10 bis 680 Euro kosten, verbunden mit drei Monaten Fahrverbot, wenn Autofahrer sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. Die genaue Summe hängt davon ab, ob man innerorts oder außerorts zu schnell war, und natürlich auch wie viel man zu schnell gefahren ist.

Als Beispiel: Bei unserer Frage der Woche wurden „Möchtegern-Rennfahrer, die mit 60/70 km/h durch die Wohnsiedlung an Inliner fahrenden Kinder vorbeibraken“ genannt.

Wenn ein solcher Raser erwischt wird und in der Wohnsiedlung Tempo 30 erlaubt ist, müsste jemand, der 70 km/h fährt, 160 Euro zahlen und für einen Monat den Führerschein abgeben.

Falls dies in einem Spielstraßen-Bereich passiert, also nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist, kann es den Fahrer 480 Euro und drei Monate Fahrverbot kosten.

Einfahrten zuparken:

Parken vor Grundstückseinfahrten kostet generell 10 Euro. Bei längerer Parkzeit über drei Stunden mit Behinderung kann das Bußgeld auf bis zu 30 Euro steigen.

Zebrastreifen missachten:
Das Missachten von einem Fußgänger, der klar zeigt, dass er einen Zebrastreifen überqueren möchte, kostet 80 Euro und einen Punkt in Flensburg. Auch ein zu schnelles Heranfahren oder Überholen an einem Zebrastreifen führt zu dieser Strafe.

Radwege/Gehwege blockieren/zuparken:
Wer einen Radweg, Gehweg, Seitenstreifen, eine Verkehrsinsel oder Grünanlage vorschriftswidrig benutzt, muss mit einem Bußgeld von 20 bis 35 Euro rechnen. Wer dort länger als eine Stunde steht oder jemanden behindert oder sogar gefährdet, muss allerdings 35 Euro bezahlen.

„Schleicher“, die langsamer fahren als auf den Schildern als Höchstgeschwindigkeit angegeben ist:
Dazu gibt es keine klare Regelung, nur Entscheidungen in der Vergangenheit, die einen Ansatzpunkt bieten.

Für Autobahnen gibt es keine klare Regelung. Hier dürfen ohnehin nur Fahrzeuge unterwegs sein, die (nach Bauart) schneller als 60km/h fahren können. Wer einen Überholvorgang auf der Autobahn kilometerlang ausdehnt und dadurch den Verkehr behindert, kann allerdings zur Kasse gebeten werden.

Handy am Steuer:
Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, zahlt 100 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg. Bei Gefährdung oder Sachbeschädigung kann die Strafe auf bis zu 200 Euro, zwei Flensburg-Punkte und einen Monat Fahrverbot steigen.

Fahren, wenn die Ampel rot zeigt:
An einer roten Ampel nicht anzuhalten, kostet mindestens 90 Euro und bringt einen Punkt in Flensburg. Je nach Dauer des roten Lichtzeichens und in Fällen mit Gefährdung und Sachbeschädigung kann die Strafe sich bis auf 360 Euro, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot ausweiten.

Stoppschild missachten:

Wer das Zeichen „Halt. Vorfahrt gewähren“ ignoriert, zahlt 10 Euro und ekommt einen Flensburg-Punkt. Kommt es dabei zu einer Gefährdungssituation werden 70 Euro fällt.

Auf der falschen Seite fahren:
Fahrradfahrer, die gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen, sind mit 15 Euro dabei. Wer dabei andere behindert, zahlt allerdings 25 Euro.

Die Rettungsgasse blockieren:
Seit dem 19. Oktober 2017 droht ein Bußgeld von mindestens 200 Euro allen Autofahrern, die bei Stau keine Rettungsgasse bilden. Werden Dritte dabei gefährdet, erhöht sich die Geldbuße auf 280 Euro. Kommt es zu einem Sachschaden, liegt das drohende Bußgeld bereits bei 320 Euro. Hinzu kommt in den letzten beiden Fällen ein einmonatiges Fahrverbot.

Linksfahrer auf der Autobahn:
Wer auf Autobahnen gegen das Rechtsfahrgebot verstößt und andere dadurch behindert, ist mit 80 Euro dabei.

Blinken im Kreisverkehr:
Wer bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr nicht blinkt, zahlt 10 Euro.

Parken auf Behindertenparkplätzen:
Wer sein Auto unberechtigt auf Schwerbehinderten-Parkplätzen abstellt, sollte 35 Euro Knöllchen einkalkulieren. Außerdem droht sehr schnell das Abschleppen des Fahrzeugs.

Unachtsame Fahrradfahrer:
Wer als Radfahrer beim Radfahren den vorhandenen Radweg nicht benutzt, zahlt zwischen 20 Euro und 35 Euro.

Unachtsame Fußgänger:
Wer mit festem Blick aufs Handy die Fahrbahn ohne Beachtung des Verkehrs überquert, wer einfach „irgendwo“ über die Straße geht und den vorhandenen Übergang ignoriert oder wer die Straße nicht auf kürzestem Weg überquert, der wird auch als Fußgänger zur Kasse gebeten. 5 bis 10 Euro werden dann fällig.

Mit diesem Post hatten wir um die Meinung der Facebook-User gebeten:

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