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Drogendealer mit exakter Buchführung

Amtsgerichts-Urteil

Es ging um Rauschgift, Rache und einen Dealer, der exakt Buch führte über seine Geschäfte. Am Ende des Prozesses am Amtsgericht Lünen stand für einen 21-jährigen Mann aus Lünen eine Verurteilung zu 80 Sozialstunden.

LÜNEN

von Von Heinrich Höckmann

, 31.05.2012

Der Vorwurf lautete auf unerlaubten Handel mit Drogen. Ein Kilogramm Marihuana im Wert von 5.000 Euro soll der Angeklagte am 27. Februar 2011 in Waltrop erstanden haben. Der Grossist flog auf, mit ihm der Lüner und ein Freund. Bei einer Hausdurchsuchung wurde eine kleine Menge sichergestellt.  

Der Grossist ist schon rechtskräftig verurteilt zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Er hatte fein säuberlich Buch geführt,  an wen er geliefert hatte. Darunter fand sich auch der Name Steven, ein Freund des Angeklagten. Steven K., auch er ist mittlerweile verurteilt, belastete seinen Freund bei der polizeilichen Vernehmung. Er habe den Stoff an seinen Freund weiterverkauft.  

Der Angeklagte gab den Erwerb von zehn Gramm Marihuana vor Gericht zu, den Erwerb von einem Kilogramm bestritt er. Er sah in der Aussage seines vermeintlichen Freundes einen persönlichen Rachefeldzug. Der Angeklagte hatte nämlich ein Verhältnis mit der Ex-Freundin von Steven K..  Darüber war es zum Streit gekommen.  

Im Zeugenstand ruderte Steven K. zurück, es seien nicht 1000 Gramm gewesen, sondern nur 300 Gramm. Doch selbst das mochte das Gericht nicht glauben, denn zu sehr verstrickte er sich in Widersprüchen.   Auch der Grossist wurde als Zeuge befragt. Der gab an, zu dem Angeklagten keine geschäftlichen Beziehungen unterhalten zu haben. Geschäfte habe er nur mit Steven K. gemacht.  

Der Angeklagte legte eine Bescheinigung vor, die eine Therapie, sowie den regelmäßigen Besuch der Drogenberatung bestätigte. Das Gericht stellte in Absprache mit der Staatsanwältin das Verfahren gegen Ableistung von 80 Sozialstunden ein. 

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