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Ehepaar aus Lünen-Süd ärgert sich über die Stadt Lünen

Eichenprozessionsspinnner

Nester der Raupenprozessionsspinner ärgern und ängstigen zwei Lünen-Süder. Bislang haben sie die Stadt vergeblich um Hilfe gebeten.

Lünen-Süd

, 06.07.2018
Ehepaar aus Lünen-Süd ärgert sich über die Stadt Lünen

Ein Nest des Eichenprozessionsspinners in dem Baum am Leezenpatt in Lünen-Süd. © Beate Rottgardt

Eigentlich hat sich das Ehepaar aus Lünen-Süd ein kleines Paradies in seinem Garten geschaffen. Doch seit einiger Zeit gehen die Beiden, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, nicht mehr so gern ins Grüne vor der Haustür. Der Grund sind Nester des Eichenprozessionsspinners in der großen Eiche, die am Leezenpatt unweit des Kommunalfriedhofs Lünen-Süd steht und deren Krone gut zur Hälfte über den Garten des Ehepaares ragt.

„Als ich vor einiger Zeit Johannisbeeren gepflückt habe, hatte ich danach ein Kratzen im Hals“, erzählt die Lünerin, die mit ihrem Mann vor drei Jahren zurück in ihre Heimatstadt gezogen ist. Die Johannisbeerpflanzen wachsen direkt unter der Eiche im Garten.

An der Borker Straße

Als sie im Mai mit ihrer Schwester im Norden der Stadt laufen war, hatten die Frauen ein Nest der Raupen, deren Härchen zu allergischen Reaktionen beim Menschen führen können, an einem Baum an der Borker Straße entdeckt. „Daraufhin habe ich bei der Stadt angerufen und bekam die Auskunft, es könnte drei bis vier Monate dauern, bis das Nest entfernt werde.“ Es ging dann doch schneller – diese Woche sah die Lünerin, wie das Nest von einem im Schutzanzug gekleideten Mitarbeiter einer Firma entfernt wurde.

Diese Gesundheitstipps gibt eine Lüner Apothekerin, wenn es um den Eichenprozessionsspinner geht:

Das würde sich das Paar auch für die Nester in der Eiche an ihrem Garten wünschen. Deshalb haben sich Beide mehrfach – ohne Erfolg – an die Abteilung Stadtgrün gewandt.

Nicht genügend Firmen vorhanden

Deren Leiter Thomas Herker sagt dazu: „Wir haben als erstes Eichen an Schulen und Kitas auf der Liste. Das ist auch mittlerweile erledigt. Danach kommen intensiv genutzte Parkanlagen und Friedhöfe an die Reihe. Als allerletztes kümmern wir uns um solche Bäume, die solitär stehen wie die Eiche in Lünen-Süd.“

Das Problem sei, dass der Eichenprozessionsspinner in ganz Deutschland derzeit verbreitet sei und es nicht genügend Firmen gebe, die auf die Entfernung der Nester und Raupen spezialisiert sind. Herkert weiter: „Ich kann abgesehen davon diese Hysterie nicht verstehen. Die Eichenprozessionsspinner gibt es schon so lange.“

Angst davor, die Fenster zu öffnen

Das Paar aus Lünen-Süd fühlt sich dagegen von Stadtgrün „verlassen“. Die Beiden sind sauer. Dass zuerst Schulen und Kitas an der Reihe waren, finden sie verständlich. Aber: „In Parks können die Leute die Bäume meiden. Wir können das nicht“, so der Neu-Lüner. Man habe Angst, die Fenster zum Garten zu öffnen, weil Reste der Nester in die Zimmer wehen könnten.

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