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Engagement für Flüchtlinge ausgezeichnet

Multi-Kulti-Preis verleihen

"Ich bin total überwältigt, dass sich so viele Leute dafür interessieren, dass wir einen Preis kriegen." Volker Maria Hügel, Vorstand und Mitgründer der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) aus Münster, gab sich bescheiden. Soeben hatte er den Multi-Kulti-Preis 2012 entgegen genommen.

LÜNEN

27.06.2012
Engagement für Flüchtlinge ausgezeichnet

Für die GGUA nahmen Volker Maria Hügel, Claudius Voigt, Saskia Zeh und Joachim Bothe (3. bis 6. v.l.) den Preis entgegen. Es gratulierten Sparkassenchef Ulrich Fischer, Multikulti-Geschäftsführer Kenan Kücük (v.l.) und Laudator Dr. Dieter Wiefelspütz (r.). RN-Foto Fiedler

Und die vielen lobenden Worte am Mittwochabend bewiesen, dass Hügel keinen Grund zur Bescheidenheit hat. Als ein „wichtiges Signal“ bezeichnete Bundestagsabgeordneter Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD) die Preisverleihung an die GGAU. „Flüchtlinge sind ein schwieriges Thema in Deutschland. Wir haben aber eine große Verpflichtung, Menschen aufzunehmen,  die verfolgt werden. Es ist wichtig, dass wir als Zivilgesellschaft uns der Flüchtlinge annehmen und dass es Einrichtungen gibt, die sich kümmern“, sagte er.

Die GGUA mit Sitz in Münster ist schon seit 33 Jahren ein solcher Kümmerer, hat unzählige Projekte entwickelt und durchgeführt, um betroffenen Menschen zu helfen. „Die GGUA weist ein hohes Engagement bei der Förderung von Integration, des Verständnisses, der Toleranz sowie der Akzeptanz von Flüchtlingen in unserer Gesellschaft auf, welches sie mit einem wohlüberlegten, detailliert ausgearbeiteten Konzept in praktisches Handeln umsetzt“, heißt es in der Jury-Begründung.  

Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird seit 2005 vom Multikulturellen Forum Lünen verliehen. Dessen Geschäftsführer Kenan Küçük forderte eine „Willkommens-, Anerkennungs- und Vielfältigkeitskultur“ in Deutschland.  

Volker Maria Hügel erklärte, es gebe zu wenige rechtliche Dehnungsfugen im Ausländerrecht. Das mache die Ausländerbehörden oft zu Angstbehörden. Hügel forderte mehr Ermessensspielraum vor Ort, nannte ein Beispiel aus Münster. Dort habe die Krebserkrankung eines Kindes die Eltern vor Abschiebung geschützt. Nun aber würden Vater und Mutter möglicherweise abgeschoben – weil ihr Kind gestorben ist.  Gastgeber und Sponsor der Preisverleihung war diesmal die Sparkasse Lünen. Auch Gäste aus der türkischen Partnerschadt Bartin nahmen an der Feierstunde teil.  

Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Ulrich Fischer nannte ein Beispiel aus der Praxis, wie schwierig sich der Alltag für Flüchtlinge manchmal darstellt: „Eine Kontoeröffnung für Asylbewerber führt zu großen Schwierigkeiten.“ 

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