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Falscher Alarm an der "Kollwitz" und am "Stein"

LÜNEN Wegen einer Amok-Drohung gab es an der Käthe-Kollwitz Gesamtschule am Montag keinen Unterricht. Die komplette Schulleitung und das Sekretariat waren vor Ort. „Wir haben nicht geglaubt, dass etwas passiert“, erklärte Schulleiter Bernd Spelsberg. Nach der vermeintlichen Drohung sei aber ein „guter Unterricht in geregelter Atmosphäre“ nicht zu gewährleisten gewesen.

von Von Dieter Hirsch

, 17.12.2007
Falscher Alarm an der "Kollwitz" und am "Stein"

Bernd Spelsberg: Unterricht wird nachgeholt.

 „Wie immer wir uns entschieden hätten, wir haben und hätten es nicht allen recht machen können.“ Der Unterricht wird im Januar nachgeholt.  Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hat es auch eine vermeintliche Drohung gegeben.

Drohung auf einer kleinen Fliese

Auf einer kleinen Fliese an einer kaum einsehbaren Stelle habe klein und nur schwer leserlich eine Drohung gestanden. „Die Polizei hat nach einer Untersuchung mit 95-prozentiger Sicherheit eine Gefahr ausgeschlossen. Daraufhin haben wir uns entschieden, den Unterricht nicht ausfallen zu lassen“, erklärte Schulleiter Dr. Jürgen Czischke. Eine Reihe Schüler, darunter eine komplette Klasse, wurde von den Eltern nicht zum Unterricht geschickt.

Knapp 400 Fälle registriert

Auf Anfrage erklärte Wolfgang Beus, Sprecher des NRW-Innenministeriums, dass zwischen November 2006 – nach dem Amoklauf in Emsdetten – und November 2007 knapp 400 Amokdrohungen an Nordrhein-Westfalens Schulen bekannt geworden sind. Nach einer ersten Bewertung durch die Polizei sind davon 350 Fälle (85 Prozent) als „nicht ernst zu nehmen“ eingestuft worden.

Entscheidung liegt beim Schulleiter

In den übrigen Fällen kam es u.a. zu Durchsuchungen, Betreuungsmaßnahmen, oder Ingewahrsamnahmen. „Nach den Amokläufen ist die Zahl der Drohungen jedesmal rapide angestiegen, um dann wieder zurückzugehen“, erläuterte Beus weiter. Einen für alle Fälle gültigen Verhaltensplan bei solchen Drohungen gibt es nicht. „Nach der Bewertung durch die Polizei liegt die Entscheidung letztlich beim Schulleiter.

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