Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die meisten Anwohner können am Nachmittag wieder zurück in ihre Häuser

Gasaustritt in Nordlünen

Aus dem Bohrloch an der Straße Im Ort strömt weiter Gas aus. Mehrere Experten haben sich die Baustelle angesehen. Wie lange das Gas noch strömen wird, wissen sie nicht. Es gibt Hoffnung.

Nordlünen

, 24.10.2018
Die meisten Anwohner können am Nachmittag wieder zurück in ihre Häuser

Auch am Donnerstag sprudelt weiter Gas aus dem Bohrloch. © Goldstein

„Der Druck wird geringer“, hieß es am Donnerstagvormittag (25. Oktober) bei einer Lagebesprechung in unmittelbarer Nähe des Bohrlochs auf der Straße Im Ort. Wie hoch das Gasvolumen in der Erde ist, könne jedoch niemand vorhersagen. Es gibt gute Nachrichten für die meisten der Evakuierten. „Wenn es gut läuft, können die Nachbarn bis auf die der unmittelbar angrenzenden Gebäude und des gegenüberliegenden am Nachmittag wieder zurück in ihre Häuser“, teilte Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadt Lünen, mit.

Entgegen ersten Angaben war die Geothermiebohrung nicht auf eine Gasblase, sondern auf Gasvorkommen in Gesteinsschichten gestoßen. Den ursprünglichen Plan, nach Abfluss des Gases einen zweiten Kamin in den Boden zu treiben, hat die Baufirma inzwischen aus technischen Gründen aufgegeben.

Wir berichten weiter.

Erste Meldung: Zu einem Einfamilienhaus in der Straße Im Ort 19 in Nordlünen wird am Mittwoch (24. Oktober) gegen 16 Uhr die Feuerwehr gerufen. „Gasaustritt“ heißt es in einer ersten Meldung.

Der Feuerwehr bietet sich am Einsatzort folgendes Bild: Bei einer Bohrung nach Erdwärme ist in 120 Metern Tiefe eine natürliche Erdblase getroffen worden. „Das kommt vor und ist an sich nichts Ungewöhnliches“, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Es erfordert allerdings ungewöhnliche Maßnahmen: Weil das Gas nicht gestoppt werden kann, sondern mit natürlichem Druck ausströmen muss, müssen die Anwohner im Umkreis von 50 Metern evakuiert werden. Die Borker Straße war deshalb zeitweise gesperrt.

Einer der Anwohner ist ein älterer Herr, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Ich habe einen lauten Knall gehört, lauter als ein Silvesterböller“, erinnert er sich. Draußen habe er die riesige Fontäne und den Mitarbeiter der Bohrungsfirma gesehen. „Der junge Mann war patschenass, und er war richtig in Aufruhr.“ Der Mitarbeiter habe ihm geraten, im Haus alle Stecker zu ziehen und das Haus sofort zu verlassen. „Da bin ich erst mal zu meinem Schwager einige Häuser weiter gegangen. Aber da hat dann auch die Feuerwehr geklingelt und gesagt, dass wir rausmüssen.“

Zehn Personen wurden vorübergehend im Feuerwehrhaus Lünen-Alstedde untergebracht. Sie sind inzwischen privat untergekommen. Weitere Betroffene, die von der Arbeit kommen, können nicht zurück in ihre Häuser. „Wenn der Einsatz länger dauert, kümmern wir uns um Übernachtungsmöglichkeiten“, so der Stadtsprecher. Keiner weiß, wie groß die Gasblase ist und wie lange Gas noch ausströmt.

Oberbrandrat Rainer Ashoff von der Feuerwehr hofft, dass es nicht so lange dauert wie bei einem ähnlichen Einsatz in Hamm. „Damals hat es zweieinhalb Tage gedauert, und diese Fontäne hier ist nach einer Stunde noch nicht weniger geworden“, sagt er. Mitarbeiter des Oberbergamtes der Bezirksreierung gehen am Abend davon aus, dass das Gas noch die ganze Nacht über ausströmen wird. Für die Einsatzkräfte, die das Haus und die Umgebung bewachen, ist zu diesem Zweck ein Container aufgebaut worden. „Wenn es länger dauert, kann man sich da zwischendurch mal aufhalten“, erklärt Ashoff.

Die Feuerwehr ist mit 40 Kräften im Einsatz. Sie prüft, ob weitere Menschen betroffen sind.

Lesen Sie jetzt