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Gartenschau IGA: Hier sollen neue Parks entstehen

Mit interaktiver Grafik

Wie wollen wir morgen leben? Auf diese große Zukunftsfrage will das Ruhrgebiet Antworten geben. Gemeinsam wird die Region die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 ausrichten. Die soll nicht nur eine „Blümchenschau“ sein, sondern ein millionenschweres Modernisierungsprogramm für die Parks in der Region. Auch neue Parks sollen entstehen, unter anderem zwischen Lünen und Bergkamen.

Dortmund/Essen/LÜNEN

, 12.12.2016

Das ist der Stand der Dinge: 

Ende letzte Woche fiel die Entscheidung: Nach Berlin 2017 wird das Ruhrgebiet zehn Jahre später die IGA ausrichten. Zum ersten Mal darf eine ganze Region Gastgeber sein. Warum? Der Strukturwandel beeindruckte die Juroren der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG). „Ich bin sicher, die IGA Metropole Ruhr wird sich 2027 nationalen und internationalen Besuchern als eine moderne, besonders lebenswerte Region präsentieren“, sagte Jochen Sandner, Geschäftsführer der DBG.

Womit das Ruhrgebiet punkten soll? „Mit dem Strukturwandel des Landschaftsraumes, der Vernetzung der Städte, einer hohen Imageaufwertung und einem über mediale Berichterstattung anziehenden Tourismus", so Sandner.

Das Projekt wird mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten und die Parklandschaft im Ruhrgebiet spürbar "umgraben". Fragen und Antworten zu dem Großereignis, das die Region in den kommenden zehn Jahren beschäftigen wird:

Was ist die IGA überhaupt?

Es gibt in Deutschland viele Landesgartenschauen und alle zwei Jahre eine Bundesgartenschau – sowie alle zehn Jahre eine Internationale Gartenausstellung (IGA). Sie verbindet eine Leistungsschau des Garten- und Landschaftsbaus mit Projekten der Stadtentwicklung. 2017 findet die IGA in Berlin statt: Mit Seilbahn im neu geschaffenen Kienbergpark oder den „Gärten der Welt“. In zehn Jahren will das Ruhrgebiet seine alten und vor allem neuen Parks der Welt präsentieren.

Was hat das Ruhrgebiet für Ziele mit der IGA?

Mit Großprojekten wie der IGA verfolgt der Regionalverband Ruhr (RVR) drei übergeordnete Ziele: Alle Städte der Region arbeiten konsequenter zusammen. Fördergelder aus Brüssel, Berlin und Düsseldorf werden an Land gezogen. Die Außendarstellung vieler kleiner Maßnahmen wird verstärkt. Oder wie es Karola Geiß-Netthöfel, die RVR-Direktorin, bei der Übergabe der Bewerbung sagte: „Mithilfe der IGA können wir nationalen und internationalen Besuchern zeigen, wie sich das Ruhrgebiet zu einem modernen und lebenswerten Ballungsraum entwickelt hat.“

Für das Ruhrgebiet bedeutet die IGA den Abschluss des aktuellen Dekadenprojektes. In rund zehn Jahre dauernden Großprojekten schaffen es die 53 Städte der Region, alle Kräfte unter ein Oberthema zu bündeln. In den 90er-Jahren war es die Umwandlung des industriellen Erbes mit dem Höhepunkt der Internationalen Bauausstellung Emscher Park 1999. In den 2000er-Jahren waren es Kultur und Imagewandel mit dem Höhepunkt der Kulturhauptstadt 2010. Nun stehen Klima, Energie und Umweltschutz als Überschrift über vielen Großprojekten in den nächsten Jahren.

Welche Projekte sind geplant?

Das Konzept sieht ein „dezentrales Großereignis“ vor, das auf drei Ebenen realisiert werden soll. Das sind neue Vorzeigeprojekte („Zukunftsgärten“, modernisierte bestehende Anlagen („Unsere Gärten“) und Projekte unter Beteiligung von Bürgern („Mein Garten“). Oberthema sind Klima und Energie. Die Leitfrage lautet: „Wie wollen wir morgen leben?“

Was ist die erste Ebene: „Zukunftsgärten“?

Damit sind fünf zentrale Kernstandorte der IGA gemeint, für die man auch Eintritt zahlen wird. Alle Standorte sehen Sie in unserer Multimedia-Karte oben. 

Was ist die zweite Ebene: „Unsere Gärten“?

Schon heute gibt es schöne Parks und Gärten im Ruhrgebiet, die IGA 2027 soll genutzt werden, diese zu verbessern und weiterzuentwickeln. 30 bis 35 Projekte könnten hier möglich sein. Beispiele sind der Kemnader See oder der Westpark in Bochum, aber auch die Dortmunder Parks. Die waren schon Teil der Besuchsreise der IGA-Jury im September. „Ein tolles Bild, das die Stadt mit den Parks abgegeben hat“, so Fischer. Westfalenpark und Rombergpark beeindruckten, den Phoenixsee steuerte man als Paradebeispiel für die Wirkung von Landschaftsbau an.

Was ist die dritte Ebene: „Mein Garten“?

Die IGA als Graswurzelbewegung, denn hier sollen die Bürger aktiv mitgestalten. In der Nachbarschaft, im Verein oder Verband. Wie die Projekte gesammelt, koordiniert und unterstützt werden, ist jedoch noch nicht klar.

Was soll die IGA 2027 im Ruhrgebiet kosten?

Für Investitionen in die Infrastruktur und die Projekte veranschlagt der RVR rund 385 Millionen Euro über zehn Jahre. Viel Geld, aber: 58 Prozent dieser Kosten sollen durch Fördergelder reingeholt werden (226,4 Millionen Euro). Darin eingerechnet sind auch die Projekte, die auch ohne IGA angepackt worden wären. 30 bis 40 Prozent seien „Sowieso-Projekte“, heißt es beim RVR.

Die Durchführung kostet zusätzlich noch einmal 127 Millionen Euro, allerdings rechnet der RVR mit Erlösen durch Tickets oder Sponsoring in Höhe von 87,9 Millionen Euro. Unter dem Strich bleibt hier ein Förderbedarf bei der Durchführung von 39,1 Millionen Euro. 

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