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Gericht: Unfall wäre vermeidbar gewesen

Ein Toter und drei Schwerverletzte

Bei einem tragischen Unfall am 9. November 2009 starb ein 76-jähriger Rentner. Ein 22-jähriger Lüner musste sich am Freitag wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Lüner Amtsgericht verantworten.

LÜNEN

von Von Heinrich Höckmann

, 20.08.2010
Gericht: Unfall wäre vermeidbar gewesen

Gerichtliches Nachspiel für den schweren Verkehrsunfall auf der Münsterstraße am Freitag vor dem Amtsgericht Lünen.

Am Unglückstag befuhr der Angeklagte, aus Werne kommend, die Münsterstraße in Richtung Lünen mit dem Mercedes seines Vaters. Den vor ihm fahrenden Lastwagen, dem er schon einige Zeit folgte, überholte er nach dem Restaurant "Kilians Mühle". An der Einmündung Oststraße stieß er mit dem Fahrzeug eines 76-jährigen Lüner Rentners zusammen, im dem auch seine Frau und eine weitere Beifahrerin saßen. Der Rentner wollte nach links in die Münsterstraße einbiegen. Der Rentner verstarb wenig später im Christophorus-Krankenhaus in Werne. Die beiden Frauen erlitten Knochenbrüche und mussten stationär behandelt werden. Die beiden Frauen traten, vertreten durch ihre Anwälte, als Nebenkläger auf. Sie selbst konnten nicht erscheinen, die psychische Belastung wäre zu groß gewesen. Der Angeklagte schilderte den Hergang. Er habe den Überholvorgang abgeschlossen und ging davon aus, dass der Rentner sein Auto stoppen würde, zumal er auf der vorfahrtberechtigten Straße gefahren sei. Vage Zeugenaussagen Die Frage, ob der Überholvorgang abgeschlossen war oder nicht, konnten auch die Zeugen nicht klären. Zu widersprüchlich waren ihre Aussagen. Einzig der Ingenieur der Dekra, der den Unfall gutachterlich untersucht hatte, konnte Licht in das Dunkel bringen. Präzise waren Kollisionsgeschwindigkeit (62 km/h), Ausgangsgeschwindigkeit (90 km/h), Auslaufstrecke und Ablenkung berechnet. Er wies sehr ausführlich ein Mitverschulden des Rentners nach, sein Verhalten sei riskant gewesen. So musste er das Fahrzeug des Angeklagten gesehen haben, der das Überholmanöver bereits abgeschlossen hatte.Blutverdünnende Medikamente Die Verletzungen des Rentners waren deshalb tödlich, weil er auf Grund einer Erkrankung blutverdünnende Medikamente einnehmen musste, erklärte der Pathologe, der als Gutachter geladen war. Das Urteil lautete auf 90 Tagessätze zu 15 Euro.  In seiner Begründung wies der Richter auf die Sorgfaltspflicht des Angeklagten hin. Hätte er nicht überholt und hätte er die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern eingehalten,  wäre es nicht zu dem Unfall gekommen.

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