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Halde wird neues Naherholungsgebiet in Lünen

Bagger auf Victoria 3/4

Es sind 17 Hektar zwischen Gahmen und Lünen-Süd, die in der öffentlichen Wahrnehmung ein schwarzes Loch sind: Dabei geht es um einen Berg, um die Halde Victoria 3/4 - jetzt wird gebaggert.

Lünen-Süd

, 24.08.2018
Halde wird neues Naherholungsgebiet in Lünen

17 Hektar groß ist die Halde zwischen Gahmen (l.) und Lünen-Süd rechts. © Regionalverband Ruhr, Bildflug: 2017 /Grafik Klose

Wer den emsigen aber einsamen Baggerfahrer hier am Rande der Halde sieht, vermag kaum zu glauben, dass das hier voran geht. Aber es geht voran – und wie.

Schaufel für Schaufel Erde wandert hin und her: Wenn Schüler und Lehrer der Käthe Kollwitz-Gesamtschule nächste Woche aus den Ferien kommen und auf den Parkplatz am Rande der Halde Victoria 3/4 fahren, dann sieht das hier schon mal deutlich anders aus als vor sechs Wochen: Seit Juli baggert hier die Benning GmbH aus Münster drauflos, um aus der Halde etwas ganz Neues zu machen: ein attraktives Naherholungsgebiet. Und es geht ordentlich voran, obwohl kaum Arbeiter auf der Baustelle zu sehen sind.

Es ist erst der Anfang des Projekts

Es ist erst der Anfang des Projekts im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt Gahmen“: Derzeit entstehen hier eine neue Zufahrt, ein sogenannter Schneisenweg und eine Promenade. Die Baukosten betragen rund 450.000 Euro. Die Maßnahme wird gefördert von Bund und Land; der städtische Eigenanteil liegt bei 20 Prozent.

Halde wird neues Naherholungsgebiet in Lünen

Noch ist auf der Baustelle nicht viel zu sehen, aber Baggerschaufel für Baggerschaufel geht es voran. © Britta Linnhoff

Bereits im Frühjahr wurde auf der Halde gerodet. Seit Juli laufen die Erschließungsarbeiten, die eigentlich bis November dauern sollten. „Aber wir sind voraussichtlich deutlich früher fertig“, sagt Roman Neubert, Bauleiter der ausführenden Firma Benning aus Münster.

Brandschutz spielt auf der Baustelle eine große Rolle

Dabei ist das Arbeiten auf der Halde gar nicht so einfach. Bei dem großen Bagger handelt es sich um einen Spezialbagger; um einen, der standfest auf Böschungen agieren kann. Und: Die Arbeiten sind aufwendiger als gewöhnlich, denn „wir dürfen hier aus Brandschutzgründen nichts abtragen“, sagt Bauleiter Neubert. Das hat in diesem Fall nichts mit der Trockenheit der vergangenen Wochen zu tun, sondern mit dem kohlenstoffhaltigen Abraummaterial auf der Halde. Die Sorge: Es kann zu einem Schwelbrand kommen, wenn hier heißer Asphalt aufgetragen wird. Inzwischen sind die Arbeiten soweit gediehen, dass Schotter aufgetragen werden kann.

Promende für Sport und Spaziergänge

Dabei geht es unter anderem um die Promenade: So wird der Rundweg genannt, der am oberen Haldenrand verläuft. Den Weg gibt es schon jetzt. Sein Verlauf soll nicht verändert werden, aber der Weg wird befestigt. Die Promenade soll künftig nicht nur von Spaziergängern genutzt werden, sondern auch für den Schul- und Breitensport: Damit kommt die Stadtverwaltung einem Wunsch von Lehrern und Schülern der benachbarten Käthe-Kollwitz-Gesamtschule nach. Bei dem Schneisenweg handelt es sich um einen Weg, der Fußgänger durch den Wald vom Südende des Haldenplateaus zur zentral gelegenen Wiese führt. Mehr als drei bis fünf Arbeiter sind nie an der Baustelle zu sehen. „Solche Arbeiten sind immer sehr maschinenlastig, es gibt dabei nur wenig klassische Handarbeit“, erklärt Bauleiter Neubert.

Rundkurs für Mountainbiker, Ruhezonen und ein Fitnessaufstieg

Im nächsten Jahr – wenn weitere Fördergelder bewilligt sind – sollen unter anderem ein Geschicklichkeitsrundkurs für Mountainbiker, Ruhezonen und ein so genannter „Fitnessaufstieg“ für Sportler entstehen. Thomas Herkert, Abteilungsleiter Stadtgrün bei der Stadt Lünen, ist optimistisch, dass die Arbeiten noch im kommenden Jahr abgeschlossen werden können. Auch wenn der Bewilligungsbescheid derzeit noch nicht vorliegt.

Die rund 17 Hektar große Halde zwischen Gahmen und Lünen-Süd war die Abraumhalde der Zeche Preußen.

Halde wird neues Naherholungsgebiet in Lünen

Aus dem Jahr 1952 stammt dieses Foto: Im Mittelpunkt die Halde, die heutige Wohnbebauung fehlt weitgehend. © Regionalverband Ruhr, Bildflug

Die gab es bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Aber weil man das Grubenwasser nicht in den Griff bekommen konnte, wurde die Zeche vor knapp 100 Jahren stillgelegt. „Die Zeche ist damals schlicht abgesoffen“, sagt Herkert. Heute gehört die Halde dem Regionalverband Ruhrgebiet.

Beim jährlichen Bürgerfest am Samstag, 15. September im Bürgerzentrum Gahmen, ist eine Baustellenführung eine der Attraktionen. Die Führungen finden unmittelbar vor der Eröffnung des Festes statt: Das Fest beginnt um 15 Uhr, die Führungen um 13.30 Uhr. Treffpunkt ist am neuen, nordöstlichen Haldenaufstieg am Parkplatz der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Wichtig ist festes Schuhwerk für alle, die an der Führung teilnehmen wollen.
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