Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Im Interview: Lünerin lebt ihren musikalischen Traum in London

Matilda Eyre

Unter dem Künstlernamen Matilda Eyre lebt die Lünerin Lisa Schumann inzwischen in London und ist eine Vollblutmusikerin. Großen Einfluss hatte ihre Heimat und ihre Familie.

Lünen

, 25.07.2018
Im Interview: Lünerin lebt ihren musikalischen Traum in London

Die Musikerin Lisa Schumann lebt inzwischen in London, doch mit ihrer Heimat Lünen fühlt sie sich verbunden und ist regelmäßig hier.Schumann © Lisa Schumann

Lisa Schumann ist in Nord-Lünen aufgewachsen und hat am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ihr Abitur gemacht. Nun ist sie in London zuhause und lebt ihren Traum: Die Lünerin arbeitet als Musikerin und Produzentin, ist mit dem was sie tut erfolgreich und lernt viele kreative Menschen kennen.

Vor kurzer Zeit hat sie mit ihrem Song „FYA“ ihr Debüt als Künstlerin „Matilda Eyre“ gefeiert. Im Gespräch verrät sie, wie Lünen und ihre Familie sie geprägt haben und wie sie ihre Musik beschreiben würde.

From Lünen to London: Wie schwer war die Umstellung für Sie, von einer Kleinstadt in eine Metropole zu ziehen?

Ich war so fasziniert von London und allem, was damit verbunden war, dass ich es kaum erwarten konnte von Lünen aus mit meinem Auto loszufahren. Kurz vor meinem Umzug habe ich alles was ich besaß verkauft und mir davon ein Auto gekauft. Ich habe nur das Allerwichtigste behalten und mitgenommen und mich dann alleine auf einen Roadtrip durch Europa begeben. Mit meinem Keyboard im Gepäck, habe ich in vielen Städten, in denen ich vorbeikam, kleine Konzerte gespielt und weitere Erfahrungen sammeln können.


Wann sind Sie umgezogen und wie war die erste Zeit in der Großstadt London?

Ich bin 2012 umgezogen. Die erste Zeit in London war sehr ungewohnt, da in London viele Dinge anderes laufen. Aber es waren so viele aufregende und neue Eindrücke. Von Open Mics (Anmerkung der Redaktion: Open Mics sind Veranstaltungen, bei denen jeder auf die Bühne darf und seine Musik vorstellen kann) bis zu Konzerten, es gibt so viele Dinge in London zu sehen und tun. Das Beste ist, dass man so viele kreative Menschen trifft. Es ist ein kreatives Ballungsgebiet. Die Londoner sind sehr offen, da war es einfach sich schnell einzugewöhnen.

Wie oft sind Sie noch in Ihrer Heimat Lünen?

Relativ regelmäßig, je nachdem wie viel ansteht. Ich pendel allerdings zur Zeit sehr viel zwischen Los Angeles und London, da in LA viele meiner Kooperationen mit anderen Musikern und Dreharbeiten für Musikvideos stattfindet.

Werden Sie in naher Zukunft auch Konzerte in Lünen (oder Umgebung) veranstalten?

Zur Zeit sind keine Konzerte in Lünen oder NRW geplant, aber hoffentlich ganz bald.

Im Interview: Lünerin lebt ihren musikalischen Traum in London

Die Musikerin Matilda Eyre live im "The Waiting Room" in London. © Lindsay Melbourne

Wie sehr hat Sie Lünen musikalisch geprägt?

Ich bin zum Freiherr-vom-Stein-Gymnasium gegangen, schon hier konnte ich bei den Stein-Konzerten die ersten Bühnenerfahrungen sammeln und konnte meine eigenen Lieder vor größerem Publikum spielen.

Auch Auftritte mit der Musikschule, wie Klavierkonzerte oder Musical Aufführungen, haben mich sehr geprägt.

Haben Sie noch guten Kontakt zu Ihrer Familie in Lünen? Was sagt sie zu Ihrer Karriere?

Ja, unsere Familie ist sich sehr nah, wir sind ein eingeschworenes Team. Meine Großmutter singt im evangelischen Kirchenchor Lünen und hat selbst Klavier gespielt. Von klein auf hat sie mich immer gefördert, sodass auch ich anfing Klavier zu spielen und auch dabei blieb. Später ermutigte sie mich, dann auch dem Chor der Musikschule Lünen beizutreten. Dadurch bin ich dann zum Gesangsunterricht gekommen. Große Unterstützung bekomme ich auch von meiner Mutter, sie ist meine ständige Beraterin. Sie hat mir auch geholfen, meinen Künstlernamen zu finden und mit ihr spreche ich meine Projekte durch. Auch mein Großvater und mein Bruder sind auf meinem Weg meine ständigen Begleiter. Meine Familie steht voll und ganz hinter mir, und bestärkt mich. Sie ist stolz, dass ich meinen Weg unbeirrt weitergehe. Sie hat mich auch unterstützt, als ich mein Jura-Studium in Hamburg abgebrochen habe und mich entschieden habe, Musik zu studieren und als Künstlerin tätig zu werden.

Spielen Sie auch noch aktiv Klavier oder beschränkt sich Ihre Arbeit auf den Gesang?

Die meisten meiner Kompositionen werden auf dem Klavier kreiert. Die Songs fangen mit Akkorden an und werden dann im Studio verfeinert. Oftmals spiele ich verschiedene Läufe auf dem Klavier und singe dazu bis sich eine Idee formt. Das Klavier bleibt nach wie vor meine Basis. Der Gesang ist ebenso ein ständiger Begleiter, und kommt entweder in meinen eigenen Liedern oder in Verbindung mit anderen Künstlern zum Einsatz.

Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Es handelt sich um Eerie Indie-Pop. Ich liebe verzauberte Klangwelten. Mit zarten Melodien, dunkler Instrumentierung und elektronischen Elementen möchte ich die Zuhörer faszinieren. Meine Lieder handeln von Sehnsucht, Wandel, Ferne und Liebhaber der Vergangenheit. Ich arbeite mit verschiedenen Künstlern von Hip Hop bis Indie Electro, damit versuche ich meinen Produktionen mit unerwarteten Elementen etwas ganz Besonderes zu geben.

Wovon handelt Ihr Debüt-Lied „FYA“?

FYA ist ein Lied über Identität und unser Selbstwertgefühl. FYA steht für „For Your Approval“ („Für Ihre Zustimmung“), es handelt von Annäherung und Entfremdung in der Kindheit. Als Kinder sind wir wild und sorglos, voll und ganz wir selbst. Durch den Umgang mit anderen Menschen und durch unsere Gesellschaft fangen wir mit der Zeit an, immer mehr nach externer Anerkennung und Bestätigung zu suchen, anstatt auf uns selbst zu vertrauen. FYA ist eine Ode an die innere Freude und Wildheit.

Lesen Sie jetzt