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Kreuz und quer durch Brambauer

Wanderung

Brambauer zu Fuß erkunden - das taten jetzt mehr als 20 Lüner ein, zusammen mit Diethelm Textoris. Am Ende gab es viele schöne Erlebnisse und der Wunsch, so eine Wanderung zu wiederholen.

Lünen

, 08.09.2018
Kreuz und quer durch Brambauer

Die Wandergruppe auf der Halde in Waltrop. © Beate Rottgardt

16.282 Schritte durch Brambauer und Waltrop - das ist die rein rechnerische Bilanz einer Wanderung mit Diethelm Textoris, zu der die Ruhr Nachrichten interessierte Lüner eingeladen hatte.

16.282 Schritte machen etwa 15 Kilometer Wanderstrecke aus. Die meisten der über 20 Mitwanderer kamen nicht aus Brambauer, wollten die Wanderwege des westlichen Stadtteils erkunden, die Bernhard Sehrbrock vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) ausgeschildert hat.

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Wanderung durch Brambauer

Durch Brambauer und Waltrop wanderten mehr als 20 Lüner zusammen mit Diethelm Textoris, der schon in zahlreichen Ländern gewandert ist. Diesmal präsentierte er den Teilnehmern viele interessante Ecken in Brambauer und der Nachbarschaft.
07.09.2018
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Die Wandergruppe beim Start am Ufo.© Beate Rottgardt
Diethelm Textoris erläutert die Zeichen für die Wanderwege.© Beate Rottgardt
Streuobstwiesen bieten nicht nur Bienen und Apfelbäumen Lebensraum.© Beate Rottgardt
Nur ein kleiner Teil der Apfelernte des AK Umwelt und Heimat auf einer der Streuobstwiesen.© Beate Rottgardt
Die Wanderer auf der Streuobstwiese des AK Umwelt und Heimat in Brambauer.© Beate Rottgardt
Klaus Papius erklärte, warum dieser Apfel zur Sorte Danziger Kantapfel gehört.© Beate Rottgardt
Die Bienen fühlen sich auf der Streuobstwiese offenbar sehr wohl.© Beate Rottgardt
Auf der Streuobstwiese erfuhren die Wanderer von Klaus Papius (AK Umwelt und Heimat) vieles über Äpfel.© Beate Rottgardt
Klaus Papius bot den Wanderern leckere Äpfel verschiedener Sorten zum Probieren an.© Beate Rottgardt
Der Kleingartenverein Im Siepen hat auch sichtbare Erinnerungen an den Bergbau aufgestellt.© Beate Rottgardt
Bergbau-Souvenirs am Wegesrand.© Beate Rottgardt
Diethelm Textoris mit Hund Cooper vor der kunterbunten Siedlung Am Calversbach.© Beate Rottgardt
Zwischendurch gab es immer wieder Informationen für die Wanderer.© Beate Rottgardt
Jürgen Plenge, Vorsitzender des Angelsportvereins Brambauer, wanderte mit und informierte über den Teich Overthun.© Beate Rottgardt
Am Wegesrand fanden die Wanderer Hopfen.© Beate Rottgardt
Nach der Pause bei Idas Plätzchenstube.© Beate Rottgardt
Erika Eschert wandert für ihr Leben gern, auch noch mit fast 79 Jahren.© Beate Rottgardt
Hier startete der Aufstieg auf die Halde Waltrop.© Beate Rottgardt
90 Stufen steil nach oben ging es, um die Aussicht von der Zeche Waltrop zu genießen.© Beate Rottgardt
Leider war dieser Ausblick-Punkt auf der Halde Waltrop gesperrt. Aber der Ausblick von der Halde war doch imposant.© Beate Rottgardt
Blick von der Halde auf die Zeche Waltrop.© Beate Rottgardt
Die Wandergruppe an der Halde Waltrop.© Beate Rottgardt

A1, A2, A3 - das sind nicht nur Autobahn-Namen. Genauso heißen auch die drei Wanderwege durch Brambauer. Die meisten Rundwanderwege entstanden übrigens vor etwa 50 Jahren durch die Trimm-Dich-Bewegung, erläuterte Textoris gleich zu Wanderbeginn unweit des Ufos. Und sie waren vor allem für Wanderfreunde gedacht, die mit dem Auto zum Start kamen, denn sie begannen an Parkplätzen.

Wassermühle versorgt

Woher hat das Mühlbachtal eigentlich seinen Namen? Diese Frage stellte Klaus Papius vom Arbeitskreis für Umwelt und Heimat den Wanderern mit Blick auf eben jene Landschaftsidylle. Dass der Name irgendwas mit einer Mühle zu tun haben muss, darauf kam man schnell. Aber dass der Mühlenbach tatsächlich ursprünglich Schlossmühle in Lippholthausen, eine Wassermühle, mit eben jenem kostbaren Nass versorgt hat, wusste kaum jemand. Gespeist wird der Mühlenbach übrigens vom Kelmbach, dem Kirchbruchgraben und der Hanebecke.

Fischteich für die Nachwuchs-Angler

Um Wasser ging es auch bei einem anderen Abstecher. Hechte, Karpfen, Rotaugen und Rotfedern schwimmen um Overthun-Teich, der zu einem Drittel auf Lüner und zu zwei Dritteln auf Waltroper Gebiet liegt. Der Angelsportverein Brambauer bekam das Gewässer von der Stadt Lünen zur Verfügung, um vor allem junge Mitglieder ans Angeln heranzuführen. ASV-Vorsitzender Jürgen Plenge stellte seinen Mitwanderern den Teich vor, auf dem, wie bestellt, ein Graureiher landete. Bei fast 300 Mitgliedern würden die 4500 Quadratmeter Wasserfläche aber nicht ausreichen, um jedem einen Angelschein für den Teich auszustellen.

Plenge: „Wir stellen nur so viele Angelscheine aus wie das Gewässer verträgt.“ Bei der lang anhaltenden Trockenheit habe man befürchtet, dass der Teich umkippt, aber Halde und Bäume drum herum sorgten für so viel Schatten, dass es zum Glück nicht so weit kam. Vor vielen Jahren wollte ein früherer Brambauer Unternehmer am Overthun-Teich eine Wasserski-Anlage bauen, doch dafür war das Gewässer dann doch nicht groß genug.

Als Kind 140 Kilometer zu Fuß nach Dortmund

Eine Wanderin ist ein Phänomen - Erika Eschert wandert eigentlich schon ihr ganzes Leben lang und ist auch mit fast 79 Jahren noch toppfit. Wenn Diethelm Textoris eine Wanderung anbietet, ist die Lünerin mit dabei. Gerne auch zwei Mal die Woche in der näheren Umgebung oder vor einigen Wochen vier Tage lang 80 Kilometer mit schwerem Gepäck auf dem Rheinsteig oder 2017 an der Ahr. „Ich bin schon als Kind gewandert, hab später mit meineMann Riesentouren gemacht“, erzählt Erika Eschert. Im Zweiten Weltkrieg war sie evakuiert, musste dann vom Siegerland nach Dortmund 140 Kilometer zu Fuß laufen. „Meine Kinder wundern sich noch heute, dass ich trotzdem so begeistert wandere.“ Zusammen mit ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester hat sie noch ein weiteres Hobby, das offenbar jung hält. Die Schwestern singen gern und viel, treten auch mit verschiedenen Programmen in Lünen und Dortmund auf.

Etappen wurden versüßt

Versüßt wurde diese Wanderung gleich an drei Etappen. Zuerst auf einer der elf Streuobstwiesen des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat. Hier durften die Wanderer leckere Äpfel kosten und lernten dabei viele Sorten kennen, die viel besser als die meist nur sechs Sorten schmecken, die es das ganze Jahr über im Supermarkt gibt. Zweiter Halt war dann eine Kaffeepause, die schon auf Waltroper Gebiet lag, bei Idas Plätzchenstube. Dort konnten die Wanderer nicht widerstehen und gönnten sich nach der ersten Hälfte der Wanderung ein paar Plätzchen zum Kaffee.

Wunsch nach Wiederholung

Und schließlich wartete am Ende der Wanderung dann am Ausgangspunkt eine süße Belohnung - im LünTec-Café ließen die Teilnehmer die Tour Revue passieren, bei einem leckeren Stück Pflaumen- oder Apfelkuchen. Bilanz: Es war trotz der etwas zu hohen Temperaturen eine interessante und schöne Wanderung. Allgemeiner Wunsch: Gerne wiederholen.

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